Linken-Chef will 1. Klasse in Regionalzügen abschaffen - Fahrgastverband dagegen

Blick in die Erste Klasse eines Sonderzugs der Regionalbahn RE 5 mit dem Namen

Platz für Massen statt zwei Klassen: Bernd Riexinger will die besseren Plätze los werden.

Ähnlich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: "Wenn es genug Menschen gibt, die gerne auf diese Art und Weise fahren wollen, dann soll es auch ein entsprechendes Angebot geben", sagt der SPD-Politiker.

Deutsche Bahn: Linken-Chef Riexinger will 1. Klasse in Regionalzügen ist eine Schnapsidee. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND) gegenüber äußerte er den Vorschlag, die 1. Klasse in Regionalzügen abzuschaffen und somit für mehr Platz im restlichen Zug zu sorgen: "Wir leisten es uns, in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1". Dem Parteichef der Linken zufolge würde das "auf einen Schlag mehr Kapazität für alle" bringen. Die 1. Klasse gehöre abgeschafft, im Bus gebe es sie ja auch nicht.

Es sei nicht einzusehen, dass sich bei einem Verkehrsmittel, das günstige Mobilität für alle bereitstellen solle, die "Besserverdienenden auf Kosten der allgemeinen Nutzbarkeit absondern" dürften, sagte Riexinger. "Bus und Bahn müssen gut für alle werden, statt überfüllt für die einen und fast leer für die anderen", so Riexinger.

Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), wies Riexingers Vorschlag ebenfalls zurück. "Das ist grober Unfug", sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er lehne diese "sozialistischen Gleichmachereien" ab, sagte Ferlemann.

Bahn will auf 1.

Die Deutsche Bahn meldete sich mittlerweile auf Twitter selbst zu der Debatte zu Wort, und zwar mit der lapidaren Feststellung, dass es im Regionalverkehr gar keine ganzen Wagen für die Erste Klasse gebe, sondern nur einzelne Abteile, beziehungsweise abgetrennte Bereiche. "Der Anteil der Erste-Klasse-Kapazitäten ist über die Jahre zurückgegangen, allerdings wird dieses Angebot weiterhin in vielen Regionen nachgefragt", sagte ein Bahn-Sprecher. Die Konzernsparte DB Regio fahre im Auftrag der Besteller von Ländern und Kommunen und richte sich nach ihren Ausstattungswünschen. Die Bahn geht zudem davon aus, dass ein Ende der 1.

Gerade auf längeren und touristisch geprägten Distanzen würde der Komfort der 1. So bietet sie etwa für schwach ausgelastete Züge zu relativ geringen Aufpreisen Erste-Klasse-Plätze an. Einem VBB-Sprecher zufolge gingen sofort Kundenbeschwerden ein, wenn in einem Zug mal ein Wagen mit weniger 1. -Klasse-Plätzen als vorgesehen fahre. Sie schätzten weitere Sitzabstände, größere Tische und hochwertigere Sitze. In Regionalexpress-Zügen in Berlin und Brandenburg seien fünf bis zehn Prozent der Sitze Erste-Klasse-Fahrgästen vorbehalten.

Eine Abschaffung der 1. Klasse würde die Platzprobleme in überfüllten Zügen auch aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn nicht lösen. "Wenn ich mehr Platz schaffen will, brauche ich längere Züge", sagte Naumann.

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