Verbände stellen Umfrage zu Nährwert-Logos vor - Schlaglichter

Auf einer Packung Joghurt ist der sogenannte

Berlin. Die Verbraucher in Deutschland zeigen eine hohe Zustimmung zum sogenannten Nutri-Score zur Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln. Für den vom MRI entwickelten "Wegweiser Ernährung" sprachen sich demnach 25 Prozent aus.

Verständlichkeit ist allerdings das wichtigste Ziel eines entsprechenden Labels, darauf drängen Verbraucherverbände und die anderen Auftraggeber der Forsa-Umfrage wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin oder die Deutsche Adipositas Gesellschaft: "Das neue Kennzeichnungssystem muss gerade für die besonders von Fehlernährung und Übergewicht betroffenen Bevölkerungsgruppen verständlich sein", sagt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Verpackungsangaben sollen das für Verbraucher verständlich machen. Wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Pressemitteilung schreibt, bevorzugten 69 Prozent der befragten Personen den Nutri-Score gegenüber dem von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner in Auftrag gegebenen Kennzeichnungsmodell "Wegweiser Ernährung". Dass es die Auswahl gesunder Lebensmittel erleichtere, fanden 60 Prozent. "Keines der bestehenden Systeme bietet eine optimale Lösung für die Verbraucher", kommentiert das Ministerium die aktuelle Analyse der Lebensmittelampel, des Nutri-Score und neun weiterer Systeme. Laut Foodwatch wählten vor allem Befragte mit einem geringeren Bildungsgrad und jene mit starkem Übergewicht den Nutri-Score. "Ein Label, das die Mehrheit der Menschen als verwirrend empfindet, ist wissenschaftlich nicht akzeptabel".

Den "Wegweiser Ernährung" hat Julia Klöckner im Mai vorgelegt, das staatliche Max Rubner-Institut hatte das Modell in ihrem Auftrag entwickelt. Für 72 Prozent ist dies sogar sehr wichtig. Die detaillierten Informationen auf der Verpackung, wie sie Klöckner befürwortet, waren 35 Prozent hingegen deutlich weniger wichtig. Er wird auch von Foodwatch und weiteren Verbänden präferiert.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium startete kürzlich eine eigene Verbraucherbefragung zur Nährwertkennzeichnung. Das Modell nimmt eine Gesamtbewertung der Nährwertzusammensetzung eines Produktes vor, indem es ernährungsphysiologisch günstige und ungünstige Nährwertbestandteile miteinander verrechnet und auf einer von grün nach rot abgestuften Farbskala einordnet.

In Frankreich wird die Lebensmittelkennzeichnung via Nutri-Score bereits praktiziert. Mit dem Nutri-Score lassen sich so die Nährwerte verschiedener Lebensmittel wie Tiefkühlpizzen, Frühstücksflocken oder Fruchtjoghurts auf einen Blick vergleichen.

Klöckners Variante besteht aus einem Waben-Modell, dem die Einordnung in Ampelfarben fehlt.

Aus dem Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hieß es heute, es sei bemerkenswert, dass Foodwatch sich erst vehement gegen eine Verbraucherbeteiligung ausspreche und die vom Ministerium geplante Verbraucherbefragung kritisiere, dann aber schnell selbst eine Umfrage in Auftrag gegeben habe. Sie forderte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) auf, "den Nutri-Score endlich in die deutschen Supermarktregale zu bringen".

Klöckner hatte betont, dass sie "keine Präferenz" habe und das Ergebnis der eigenen Befragung maßgeblich sein solle. Auf Grundlage dessen soll dann im Herbst entschieden werden, welches Modell die Regierung zur freiwilligen Nutzung auf Packungen empfiehlt.

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