UPC-Übernahme durch Sunrise auf der Kippe

Die ewige Nummer zwei im Schweizer Telekom-Markt Sunrise

Der Kaufpreis sei zu hoch. Freenet wird deshalb gegen den Deal stimmen. Die Fusion steht auf der Kippe.

Der milliardenschwere Kauf von UPC durch Sunrise gerät in Gefahr: Sunrise-Grossaktionär Freenet lehnt die Elefantenübernahme im Schweizer Telecommarkt in ihrer jetzigen Struktur ab und fordert markante Änderungen.

Ob das deutsche Unternehmen damit die Kapitalspritze für die insgesamt 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme blockieren kann, ist offen. Freenet werde im Herbst an der ausserordentlichen Generalversammlung von Sunrise gegen die geplante Kapitalerhöhung von gut 4 Milliarden Franken stimmen, die nötig seien, um den Kauf zu finanzieren. Sunrise müsse abklären, wie die übrigen Aktionäre zu dem Deal stünden. Das alleine reicht nicht, um den Deal scheitern zu lassen. Doch weil auf Generalversammlungen nie alle Aktionäre anwesend sind, hat Freenet ein beträchtliches Gewicht. Vor diesem Hintergrund sei es nicht notwendig, die für Sunrise-Aktionäre nachteiligen Zugeständnisse zu machen.

Auch die operative Entwicklung von UPC rechtfertige den Kaufpreis nicht.

Sunrise entgegnet, man sei "nach wie vor davon überzeugt, dass die Übernahme von UPC Schweiz eine stärkere und wertvollere Sunrise schafft, die von einer überzeugenden strategischen Logik profitiert". Sunrise werde am nächsten Donnerstag über die Übernahme von UPC Schweiz informieren. "Der Ball liegt jetzt bei Sunrise", sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek zu Reuters. Zudem müsste sich die bisherige UPC-Besitzerin Liberty Global mit gut 20 bis 30 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligen.

Die Aktionäre von Sunrise seien gezwungen, die Risiken einer Trendwende der Performance von UPC Schweiz und die damit verbundenen Integrationsrisiken zu tragen.

Ganz will Vilanek die Türe indes nicht zuschlagen: "Eine Kapitalerhöhung von unter 1 Milliarde Franken wäre für Freenet akzeptabel".

Zudem forderte Freenet eine Reduktion der Kapitalerhöhung, welche die bestehenden Sunrise-Aktionäre in einem unangemessenen Umfang belaste. "Im Sinne einer für alle Sunrise Aktionäre fairen Transaktion sollte der angestrebte Fremdkapitalanteil deutlich erhöht werden", verlangte Freenet. Überdies sollte Sunrise die UPC-Anleihen nicht übernehmen, sondern Liberty Global sollte die UPC-Bonds behalten.

Sunrise sei "hervorragend am Markt positioniert" und verfüge über "exzellente Perspektiven als eigenständiges Unternehmen". Denn mit der Ankündigung des Deals stürzte die Sunrise-Aktie von über 81 Franken auf 74 Franken ab und fiel in den kommenden Monaten sogar auf unter 70 Franken.

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