Industrie alarmiert - BDI-Chef Kempf warnt: Aufstieg der AfD schadet der Wirtschaft

BDI-Chef Kempf

Die Wirtschaft und der Tourismus in Sachsen boomen, von einem 'Image-Schaden', wie ihn BDI-Chef Kempf sieht, kann überhaupt keine Rede sein. Der Industrieverbandspräsident blickt mit Sorge auf die anstehenden Landtagswahlen.

Der Spitzenverband der deutschen Industrie warnt im Falle eines guten Abschneidens der AfD vor negativen Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

BDI-Präsident Dieter Kempf hat den Aufstieg der AfD als Gefahr für den Standort Deutschland bezeichnet. Die Attraktivität eines Standorts leide "unter extremistischen Parteien", sagte Kempf weiter.

Die Konsequenz seien sowohl ein "Abschwung" als auch eine drohende "Strukturschwäche", wie der BDI‐Chef gegenüber der "Funke Mediengruppe" erklärte. "Standorte müssen attraktiv und einladend sein, um Fachkräfte aus aller Welt zu gewinnen". Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus passten nicht zu einer international erfolgreichen deutschen Wirtschaft. Im Wahlkampf würden "unzufriedene Bürger" gegen "sozial schwächere wie etwa Flüchtlinge" ausgespielt werden. "Ich finde dieses Verhalten sehr bedenklich, zumal es keine Probleme löst", sagte Kempf.

Der BDI-Präsident widersprach Behauptungen, der Aufbau Ost sei gescheitert. "Wahr ist aber auch, dass es regional erhebliche Unterschiede gibt und dass der wirtschaftliche Aufholprozess nicht mehr so stark vorankommt, wie wir uns das alle wünschen", räumte Kempf ein.

Industrie-Bosse wie Kempf sollten sich vielmehr darum kümmern, Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen und nicht für die CDU und Frau Merkel in vorauseilendem Gehorsam Wahlkampf zu betreiben. So hatte sich unter anderen Siemens-Chef Joe Kaeser bereits deutlich gegen die Partei positioniert. Vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland im September und Oktober mache sich die AfD die Stimmungslage geschickt zunutze. Nach den jüngsten Umfragen liegt die AfD in Brandenburg vorn und in Sachsen knapp auf Platz zwei.

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