Nicht Sony: Disney hat Spider-Man getötet

Nicht Sony: Disney hat Spider-Man getötet

Nach gescheiterten Verhandlungen zwischen Sony und der der Walt Disney Company könnte Spider-Man nach heutigem Stand bald nicht mehr Teil des Marvel Universums seins. Dabei wird vergessen, dass es für Disney deutlich einfacher gewesen wäre, nachzugeben. Der kürzlich verstorbene Visionär, der als langjähriger Marvel-Präsident auch die enorme Popularisierung des Marvel-Universums verantwortete, hatte noch im November letzten Jahres seine große Freude über Tom Holland als Spider-Man ausgedrückt. Erster Auftritt in "Captain America 3: Civil War", dazu neue Solo-Filme, die aber in die Geschichte um Iron Man und die anderen Avengers eingebettet sind!

In den Fanreaktionen auf das Aus für Spider-Man im MCU und keinen neuen Spider-Man-Film mehr unter Kevin Feiges Führung sind sich alle in einer Sache einig: Alle drei sind die Verlierer, Sony, Disney und Marvel. Doch stattdessen fühlt es sich nun so an, als sei dem Spinnen-Jungen gerade mächtig der Faden gerissen. Hintergrund des Ganzen ist ein eskalierender Streit zwischen Sony und Marvel.

Ganz beerdigen muss man seine Spider-Man-Hoffnungen allerdings noch nicht: Sony reagierte in einem Statement und stellte klar, dass es allein Disneys Entscheidung gewesen sei, nicht an den beiden geplanten Spider-Man-Filmen mitzuwirken. Disney will mehr Geld, Sony nicht erpresst werden.

Richtig gehört: Spider-Man ist offiziell raus aus dem MCU!

Disney kann Sony im Verbund mit Fans, Stars und sogar dem Erfinder von Spider-Man selbst die Entscheidungsträger also gut unter Druck setzen.

Derweil haben sich Fans im Netz bei der Suche nach Schuldigen weitgehend auf Sony eingeschossen. Beim bisherigen Deal erhalten Marvel und Disney 5 Prozent der Einnahmen an den Kinokassen. Auf der "Comic Con"-Messe in San Diego hatten die "Marvel"-Studios für die zwei kommenden Jahre Filme mit Thor, Black Widow, Doctor Strange und Loki angekündigt". Avengers: Endgame wurde zum kommerziell erfolgreichsten Film aller Zeiten und befeuerte damit den folgenden Spider-Man: Far From Home. Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt mit Sony ein Studio, dem es derzeit nicht besonders gut geht. 2015 schlossen sich die Studios bei den Spiderman-Filmen zusammen. Laut einem Bericht von comicbook.com sollen die Verhandlungen zwischen Sony und Disney noch nicht beendet sein. Nun verlangt Disney allerdings, dass die kommenden Spider-Man-Filme als 50-50-Co-Produktionen umgesetzt werden - was Sony wiederum ablehnt. Gleichzeitig würde dieser Bruch bedeuten, dass Spider-Man nicht mehr Teil des MCU wäre und künftige Marvel-Filme ohne den Charakter auskommen müssten. Im Sinne der globalisierten Fangemeinde wäre ein Entgegenkommen zwischen Sony und Disney also wohl zu begrüßen.

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