Zu viel quantitatives Wachstum:Lufthansa-Chef kritisiert Luftfahrtbranche

Carsten Spohr Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG

Fluggesellschaften würden im Ausland tanken, wo eine solche Steuer nicht erhoben werde.

KöLN (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr, glaubt nicht, dass zusätzliche Steuern auf Flüge, etwa eine Kerosinsteuer, die Emissionen reduzieren würden. "Diese Branche braucht qualitatives Wachstum, kein blindes quantitatives Wachstum", sagte der Vorstandschef des Dax-Konzerns.

Derzeit herrsche auf der Kurzstrecke in Deutschland und Österreich ein weltweit einzigartiger Preiskampf. "Nicht nur, weil 5-Euro- Tickets das System verstopfen, sondern auch, weil 5-Euro-Tickets uns angreifbar machen für Kritik". Damit könne der CO2-Ausstoss pro Passagier um 25 Prozent gesenkt werden.

Die Lufthansa stehe zu ihrer Verantwortung in Sachen Klimaschutz und investiere laufend in neue, effizientere Flugzeuge, erklärte der Airline-Chef unmittelbar vor der nationalen Klimakonferenz an diesem Mittwoch in Leipzig. Spohr wies darauf hin, dass Langstreckenflugzeuge wegen der notwendigen Energiedichte noch auf lange Sicht mit Kerosin betrieben werden müssten. Die Luftverkehrssteuer sollte für Forschungsprojekte genutzt werden, die der Luftfahrt zugute kommen.

Um auf dem Markt mithalten zu können, will die Lufthansa vor allem bei der Tochter Eurowings drastisch die Kosten senken. Eine Konsolidierung der Luftfahrtbranche bleibe überfällig und werde sich durch die erkennbare Abschwächung der Konjunktur beschleunigen, erläuterte Spohr. Hierauf sei die Lufthansa vorbereitet: "Wir sind gut positioniert für die zunehmende globale Konsolidierung, in der wir eine Rolle spielen wollen und eine Rolle spielen werden". Im Juni musste der Konzern aber wegen des schwachen Geschäftsverlaufs seine Jahresprognose kappen. Nach Ansicht Spohrs wird es irgendwann - neben kleineren Fluglinien - nur noch etwa zwölf echte globale Carrier geben - "drei in den USA, drei in China, drei am Golf und drei in Europa".

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