Lübeck - Kinder in Rollstuhl gezwungen: Mutter vor Gericht

Angeklagt wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und gewerbsmäßigen Betrugs Maike B

Wie "bild.de" berichtet, fertigte die Angeklagte im Zeitraum von 2010 bis 2016 gefälschte Arztberichte an und zählte den Ärzten Symptome auf, die ihre Kinder eigentlich gar nicht hatten.

Eine vierfache Mutter (49) aus der Nähe von Lübeck hat Behörden gegenüber vorgetäuscht, dass ihre Kinder krank seien, um von den Sozialleistungen zu profitieren. Ihren Kindern soll sie eingeredet haben, ihnen drohe unter anderem eine Querschnittlähmung, wenn sie nicht - wie von ihrer Mutter verlangt - den Tag weitgehend im Rollstuhl sitzend verbrächten. Insgesamt soll so ein Schaden von rund 140.000 Euro entstanden sein.

Eine heute 27-jährige Tochter, die das Elternhaus schon früh verlassen hatte und von den mutmaßlichen Krankheitslegenden nicht betroffen war, sagte zu Prozessbeginn als Zeugin aus. Das habe, so die Staatsanwaltschaft, bei den Opfern zu körperlichen und seelischen Schäden geführt.

Sie selbst habe sich den Forderungen der Mutter widersetzt, als die ihr einreden wollte, sie litte wie ihre Geschwister an Rheuma und der Glasknochenkrankheit. Wenn sie aus dem Rollstuhl aufstehen würden, würden sie tatsächlich querschnittsgelähmt werden, habe die Mutter ihren Kindern gedroht. Die Mutter habe dem Umzug aber nicht zugestimmt. Ihre Schwester verweigerte die Aussage und ihre Brüder erschienen nicht vor Gericht. Der polizeiliche Versuch, sie zum Gericht zu bringen, scheiterte. Derzeit leben sie bei der Mutter.

"Ich vermute, es ging meiner Mutter neben dem Geld auch um Aufmerksamkeit", sagte die Tochter auf eine Frage der psychiatrischen Gutachterin. Ob eine psychische Störung vorliegt, wie etwa das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, bei dem Mütter ihre Kinder krank machen, um Aufmerksamkeit zu erlangen, ist unklar. Bisher hat die Angeklagte einer Begutachtung nicht zugestimmt.

Die Kinder von Maike B. In der TV-Sendung "Markus Lanz" im Jahr 2014 ließ sich Angeklagte als Alltagsheldin mit vier behinderten Kindern bemitleiden. Genauso, wie sie es auch bei einem Treffen mit SPIEGEL ONLINE Anfang 2014 getan hatte.

Der Rollstuhl-Schwindel flog auf, als der zuständige Kreis Ostholstein Unstimmigkeiten entdeckte und Anzeige erstattete.

Der Prozess gegen die 49-Jährige wird am 22. August vor dem Lübecker Landgericht fortgesetzt. Für das Verfahren vor der Jugendkammer des Landgerichts sind 43 Zeugen und sechs Sachverständige geladen. Das Urteil gegen Maike B. wird Ende Oktober erwartet.

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