Mastercard: Datenleck wird zum Fall für die Aufsichtsbehörden

Name Anschrift Telefonnummer veröffentlichtDaten von 90.000 Mastercard Kunden im Internet aufgetaucht

Die geleakte Liste enthielt Name, Wohnort und E-Mail-Adressen der Nutzer, aber keine vollständigen Kreditkartennummern.

Mastercard hat das Bonusprogramms Priceless Specials inzwischen gesperrt. "Diese böswilligen Dritten könnten sich als Mastercard ausgeben oder Ihnen E-Mails senden, die so wirken, als kämen sie von Mastercard".

Ebenfalls am Mittwoch wies ein Betroffener auf Twitter darauf hin, dass im Netz Versionen des geleakten Datensatzes kursierten, in denen die Kreditkartennummern im Klartext zu sehen sind.

Dennoch ist nicht klar, wie groß das Ausmaß des Leaks am Ende wirklich ist. Vielleicht sind es noch viel mehr, deshalb solltet ihr eure Mastercard-Kunden etwas genauer im Blick haben.

Ursache sei ein "Sicherheitsvorfall" bei einem Dienstleister, der das Bonusprogramm für Mastercard realisierte.

Zudem haben wir Ihr kartenherausgebendes Institut über den Vorfall informiert, das Sie hinsichtlich Ihrer Zahlungskarte kontaktieren könnte. Um damit im Netz einkaufen zu gehen, fehlt zwar zumindest noch das Ablaufdatum der Karte, das lässt sich jedoch bei einigen Portalen vermutlich durch ausprobieren erraten. "Auch wenn das Zahlungssystem von Mastercard nicht betroffen ist, handelt es sich um einen Datenschutzverstoß, wenn die Daten tatsächlich von Mastercard stammen sollten", teilte Michael Kaiser, Sprecher des hessischen Datenschutzbeauftragten, auf Nachfrage t-online.de mit. Ablaufdatum und CVC-Nummern seien aber nicht enthalten. Es gibt aktuell noch keine Planungen, wann der Dienst wieder zur Verfügung stehen wird.

Ob Sie selbst von dem Datenleak oder anderen Lecks betroffen sind, können Sie auf der Webseite monitor.firefox.com unter Angabe Ihrer Email-Adresse testen.

Der Datenleak ist für die Betroffenen also offensichtlich schlimmer als zunächst behauptet. Vereinzelt ist es auch vorgekommen, dass die Nutzerdaten in beiden Datensätzen vorhanden sind. Und das erklärt auch die relativ geringe Zahl an betroffenen Nutzern. Das gilt auch für alle Portale, für die die E-Mail-Adresse verwendet wird.

Mastercard hatte das Bonusprogramm "Priceless Specials" Anfang vergangenen Jahres in Deutschland gestartet.

Bereits am Montag teilte Mastercard mit, das Bonusprogramm sei vorsorglich geschlossen worden.

Eine Mastercard-Sprecherin erklärte gegenüber BILD, man nehme Datenschutz und Sicherheit sehr ernst und unternehme daher das Möglichste, "um das Problem zu untersuchen und zu lösen, das mit dem Betreiber der Specials-Plattform in Deutschland zusammenhängt". Bei dem kostenlosen Programm bekommt man für Transaktionen Bonuspunkte, die gegen Prämien eingetauscht werden können.

Mastercard betont noch einmal, dass das eigentliche Mastercard-Zahlungsnetzwerk nicht betroffen sein soll von dem Problem.

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