"Systemsprenger" geht ins Rennen um den Auslands-Oscar

Helena Zengel als Benni in einer Szene des Films „Systemsprenger

In dem Drama der Filmemacherin mit Braunschweiger Wurzeln geht es um ein neunjähriges, schwer erziehbares Mädchen, das von einer Unterbringung in die Nächste geschoben wird und das Jugendhilfe-System an sein Limit bringt.

Bei seiner Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale hatte der extrem realitätsnahe Film aus Deutschland nicht nur für Aufmerksamkeit und kontroversen Gesprächsstoff bei internationalen Filmkritikern gesorgt; Nora Fingscheidt erhielt außerdem für ihr Spielfilmdebüt den Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis. Dies teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, am Mittwoch in München mit. Die 36-Jährige aus Braunschweig sagte, der Film sei gerade auf einer weltweiten Festivalreise. Was Benni eigentlich sucht, sind Liebe und Geborgenheit. "Ich wollte schon lange einen Film machen über ein kleines, wütendes Mädchen und habe nie richtig die Geschichte dafür gefunden". Das Ergebnis dieser Recherchen kann das deutsche Filmpublikum ab dem 19. September im Kino sehen. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der Kraft und emotionalen Intensität des Films.

Die Oscar-Akademie wählt im Januar 2020 fünf der ausländischen Bewerber-Filme aus, die offiziell für den Oscar in der Auslands-Kategorie nominiert werden. Fingscheidt sei es gelungen, außergewöhnliche Talente um sich zu versammeln und in ihrer authentischen Story Wut, Trautigkeit und Hoffnung vereinen. Die Preisverleihung findet am 9. Februar in Los Angeles statt.

Auf der Bewerberliste für den deutschen Oscar-Kandidaten standen sieben Filme: die Hape-Kerkeling-Biografie "Der Junge muss an die frische Luft" von Caroline Link, "Lara" von Jan-Ole Gerster, "Der Fall Collini" von Marco Kreuzpaintner, "Deutschstunde" von Christian Schwochow, "Heimat ist ein Raum aus Zeit" von Thomas Heise, "Und der Zukunft zugewandt" von Bernd Böhlich, sowie "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt. Link hat den Auslands-Oscar 2013 mit ihrem Film "Nirgendwo in Afrika" gewonnen. Außer ihr schafften das für Deutschland nur Volker Schlöndorff mit "Die Blechtrommel" (1980) und Florian Henckel von Donnersmarck mit "Das Leben der Anderen" (2007).

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