Waldbrände im Amazonas auf Rekordhoch: Gespenstige Szenen in Sao Paulo

Corpo de Bombeiros de Mato Grosso brush fires burn in Guaranta do Norte municipality Mato Grosso state Brazil. Brazil's National Institute for Space Research a federal agency monitoring deforestation

Die aktuellen Feuer in Brasilien und die Rauchwolken sind auf Satellitenbildern gut zu sehen.

Der brasilianische Bundesstaat Amazonas hat bereits Anfang August in einigen Regionen einen Notstand ausgerufen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Grossteil des südlichen Amazonasbeckens und des Pantanal-Feuchtgebietes sind betroffen. In der rund 2700 Kilometer entfernten Metropole São Paulo verdunkelten sie in den vergangenen Tagen der Himmel.

Die meisten Brände wurden zuletzt im Bundesstaat Mato Grosso im Süden des Amazonasgebiets gemeldet.

Brasilien erlebt derzeit die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 83 Prozent. "Es kommt im Moment häufiger zu Bränden, weil es zuletzt sehr trocken war". Es gebe heuer keine klimatischen Besonderheiten, und auch die Regenfälle fielen nur geringfügig schwächer als im langjährigen Durchschnitt aus, so INPE-Forscher Alberto Setzer.

Auch die Trockenzeit für die vielen Feuer verantwortlich zu machen sei nicht ganz korrekt, so Setzer: "Die Trockenzeit schafft günstige Bedingungen für das Ausbreiten des Feuers". Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte immer wieder deutlich gemacht, dass seine Regierung auf Seiten der Viehzüchter und Minenbetreiber steht. "Ich wurde Kapitän Kettensäge genannt". Jetzt bin ich Nero, der den Amazonas in Brand setzt. Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien hat sich rasant beschleunigt, wie Zahlen der INPE zeigen. Allein im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes nach offiziellen Angaben um fast das Vierfache höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Umweltschützer werfen ihm vor, mit seinen Aussagen gegen den Umweltschutz Holzfäller, Bergleute und Bauern zum Raubbau am Amazonaswald zu ermutigen. Mit der INPE liegt er seit Monaten im Clinch. Bolsonaro, der nicht viel von Umweltschutz hält, bezeichnete die Zahlen als Lüge und entliess den Leiter des Instituts. Die Abholzung des Regenwaldes zugunsten von Farmland stellt für ihn kein Problem dar. Dahinter steckt neben Sorge auch Unmut: Interessieren gewaltige Brände in Brasiliens Regenwäldern weniger als das Feuer von Notre-Dame?

Auch auf Kritik von außen reagiert Brasiliens Präsident äußerst empfindlich. Wegen der Entlassung des INPE-Direktors geriet Bolsonaro international in die Kritik. Als Reaktion auf die verstärkte Rodung legten Deutschland und Norwegen die millionenschwere Förderung für Waldschutz- und Biodiversitätsprojekte in dem südamerikanischen Land auf Eis. Anstelle der Staatsbank BNDES solle die regionale Amazonas-Bank das Geld verwalten.

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