Bayer verkauft Tiergesundheitsgeschäft für 7,6 Milliarden US-Dollar

Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen. Der Pharma und Chemiekonzern Bayer will in Deutschland 4500 Stellen abbauen

Die Leverkusener rechnen damit, dass der Verkauf Mitte 2020 abgeschlossen werden kann.

Doch die Tiermedizin ist auch die kleinste Bayer-Sparte, die Tochter mit Sitz in Monheim und Produktionsanlagen in Kiel und Shawnee (USA) hat rund 3700 Mitarbeiter, das sind gut drei Prozent der gesamten Belegschaft. Wie das Leverkusener Dax-Unternehmen am Dienstag mitteilte, geht die Sparte für 7,6 Milliarden Dollar (6,85 Mrd Euro) an Elanco. Die Trennung vom Animal-Health-Geschäft ist Konzernangaben zufolge die größte Transaktion in einer Reihe von Firmenverkäufen, die Bayer im November 2018 auf den Weg gebracht hatte. Das Transaktionsvolumen entspreche dem 18,8-fachen des Ebitda vor Sondereinflüssen der zwölf Monate bis zum 30. Juni von Bayer Animal Health, heißt es. Euro Umsatz, die Geschäfte waren laut offiziellen Angaben profitabel. Der Konzern kommt damit nach der Monsanto-Übernahme einen wichtigen Schritt voran.

"Es ist gut, dass die Verkaufsliste zügig abgearbeitet wird und man sich damit bei den sehr hohen Schulden erleichtert", sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) unserer Redaktion. Mit dem Umbau will Baumann den von Tausenden Glyphosat-Klagen überzogenen Bayer-Konzern schlagkräftiger machen. Auf den geplanten Stellenabbau bei Bayer habe der Verkauf keine Auswirkungen, sagt ein Sprecher.

Von der Summe sollen 5,3 Milliarden Dollar in bar gezahlt werden, berichtete Bayer.

Bayer steht seit dem Kauf des US-Saatgutherstellers Monsanto für 63 Milliarden Dollar unter Druck.

Vom Verkauf der Bayer-Arzneimittelsparte für Haus- und Nutztiere ist auch die KVP Pharma in Kiel mit gut 800 Mitarbeitern betroffen. Die Sparte verkauft zum Beispiel Halsbänder zur Abwehr von Ungeziefer und Zecken-, Floh- und Entwurmungsmittel.

Aus diesem Grund befindet sich Bayer in einem umfassenden Konzernumbau und hat im Zuge dessen auch das Geschäft mit Tiergesundheit zur Disposition gestellt. Danach folgt Elanco, eine Ausgründung des US-Pharmakonzerns Eli Lilly. Vorbeigezogen wird an Boehringer Ingelheim, die 2016 das Tiermedizingeschäft von Sanofi geschluckt hatte, sowie an der Tiermedizinsparte von Merck & Co. Bayer Animal Health hatte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar erzielt.

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