Nach Gefangenenaustausch: Putin bespricht mit Macron Ukraine-Gipfel

Angehörige begrüßen von Russland freigelassene ukrainische Gefangenen bei ihrer Ankunft am Flughafen Boryspil

Dort kamen zwei Busse an, in denen auch die 24 ukrainischen Seeleute sitzen sollen, die seit November in Russland inhaftiert waren.

Beide Seiten hätten in dem Gespräch auch betont, wie wichtig die Einhaltung der Waffenruhe im Kriegsgebiet Ostukraine sei.

Am Samstag hatten Russland und die Ukraine den größten Gefangenenaustausch seit Jahren vollzogen. Über einen Gefangenenaustausch war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Dieser sei ein hoffnungsvolles Zeichen, sagte Merkel am Samstag einem Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge. Geplant sei ein großangelegter Austausch, der "ein großer Schritt hin zur Normalisierung" der russischen Beziehungen zur Ukraine bedeute.

Bis zum Schluss hatten sowohl Deutschland als auch andere europäische Länder versucht, Russland davon zu überzeugen, die zu Unrecht inhaftierten Ukrainer ohne eine Gegenleistung freizugeben. Frankreichs Präsident habe in dem Telefonat den Austausch der Gefangenen begrüßt, so der Élyséepalast. Der Freilassung von jeweils 35 Gefangenen beider Seiten waren lange Verhandlungen vorausgegangen. Moskau wollte die Matrosen wegen Grenzverletzung bestrafen.

Ein solcher Austausch von Gefangenen gilt als ein wichtiger Erfolg für Staatschef Selensky in Kiew. Er hatte im Mai in seiner ersten Rede im Amt gesagt, dass die Rückkehr der Ukrainer für ihn Priorität habe. Er und Putin telefonierten in den vergangenen Wochen mindestens zweimal. Wie viele insgesamt in Haft sind, ist nicht bekannt. Das melden russische Agenturen und das ukrainische Fernsehen.

Ukraine-Krise: Hier tauscht Wladimir Putin Gefangene mit der Kiew aus

Hintergrund ist der Konflikt zwischen beiden Ex-Sowjetrepubliken. Russland hatte vor gut fünf Jahren die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Der 43-Jährige wurde 2015 trotz internationaler Proteste wegen Terrorismusvorwürfen zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Erst im Juli hatte Selenski einen Austausch des Regisseurs gegen den mittlerweile von der Ukraine unter Auflagen freigelassenen Journalisten Kirill Wyschinski angekündigt. In Moskau landete eine Maschine mit Gefangenen, die Kiew zuvor auf Verlangen der russischen Behörden aus der Haft entlassen hatte.

In Verbindung mit dem geplanten Gefangenenaustausch steht wohl auch die überraschende Freilassung eines ehemaligen Kämpfers aus dem Separatistengebiet Donbass.

Der Kreml hat das Urteil nicht erfüllt, sondern eine Belohnung dafür gefordert, dass er tut, was er tun müsste - und was für eine: Moskau machte das Zustandekommen des Gefangenenaustausches davon abhängig, dass ein Mann eingeschlossen wurde, der möglicherweise am Abschuss des Passagierflugs MH17 über der Ostukraine im Juli 2014 beteiligt war, bei dem 298 unbeteiligte Menschen, darunter 192 Niederländer, getötet wurden.

Die niederländische Staatsanwaltschaft hatte die ukrainischer Regierung erst vor wenigen Tagen gebeten, besonders einen der Verhafteten nicht nach Russland ausreisen zu lassen. Damit soll die Maschine abgeschossen worden sein. Zuvor hatten 40 EU-Parlamentsabgeordnete an Präsident Selenskyj appelliert, den Verdächtigen nicht an Russland zu übergeben. Die Ermittler in den Niederlanden befürchteten nun, dass der Mann nun als Zeuge nicht mehr zu Verfügung stehen wird.

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