Börse Hongkong will London Stock Exchange übernehmen

Die HKEX will beide Handelsplätze

Die mögliche Megatransaktion fällt in eine Zeit schwerer politischer Spannungen in Asien und Europa.

Die Londoner Börse LSE hat auf die überraschende Übernahmeofferte der Hongkonger Börse verhalten reagiert.

Die Börse in Hongkong greift nach der Londoner Börse LSE, teilte der Betreiber Hong Kong Exchanges and Clearing Limited (HKEX) heute in Hongkong mit.

Die LSE reagierte verhalten. Man werde diesen prüfen und sich zu gegebener Zeit weiter äußern.

Eine Transaktion stehe allerdings unter der Bedingung, dass die Anfang August angekündigte Übernahme des Datendienstleisters Refinitiv durch die LSE nicht zustande komme, teilte HKEX mit.

Mit der Refinitiv-Übernahme spuckt die LSE der Deutschen Börse bei ihren Expansionsplänen in die Suppe. Hier mache man "gute Fortschritte".

Das Angebot aus einer Zahlung in bar sowie neu zu emittierenden HKEX-Aktien entspreche einer Prämie von knapp 23 Prozent auf den letzten Börsenkurs der LSE, so die Börse Hongkong.

Eine Fusion würde nicht nur einen weltweit führenden Finanzmarktkonzern entstehen lassen, sondern auch beide Geschäfte stärken, so HKEX.

2017 waren Verhandlungen über einen Zusammenschluss von LSE und Deutscher Börse gescheitert. Beides seien großartige Marken, besäßen finanzielle Stärke und seien erwiesenermaßen Wachstumskonzerne. Das biete die "strategische Möglichkeit, einen der größten Handelsplätze der Welt zu schaffen". Darin inbegriffen sind demnach zwei Milliarden Pfund an Schulden, die Hongkong übernehmen will. So herrscht mit Blick auf die Londoner Börse große Unsicherheit, wie sich der britische Finanzplatz nach einem Austritt des Landes aus der Europäischen Union entwickeln wird.

Auch die Deutsche Börse hatte versucht, mit der mächtigen Konkurrentin aus London zu fusionieren. Die Ankündigung vom Mittwoch sei jedoch noch keine finale, verbindliche Kaufofferte. Dabei strebt HKEX eine Fusionsvereinbarung an - behält sich aber auch ein Übernahmeangebot vor.

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