Brüssel erlaubt Neuordnung im deutschen Strommarkt

Die EU-Kommission hatte die Übernahme von RWE-Ökostromtochter Innogy durch Eon erlaubt

Die EU-Kommission erlaubt Eon und RWE, ihre Bereiche neu abzustecken. "Wir können heute die Übernahme von Innogy durch Eon genehmigen, weil die Verpflichtungszusagen von E.ON sicherstellen, dass der Zusammenschluss in den Ländern, in denen diese Unternehmen tätig sind, nicht zu einer geringeren Auswahl und höheren Preisen führen wird", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Nachdem Europas Wettbewerbshüter Bedenken erkennen ließen, hatte Eon Angebote gemacht für Verkäufe. Das hat Folgen für Konkurrenten und Verbraucher.

Kern des Deals ist die Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy und die Neuaufteilung von Geschäftsfeldern. So soll Eon in erster Linie zum Strom- und Gaslieferanten werden und RWE vor allem zum Stromproduzenten und Großhändler. Zudem werden Ladestandorte für E-Autos an deutschen Autobahnen veräußert. "Es ist deshalb besonders heikel, wenn private Konzentrationen weitere Wettbewerbsvorteile auslösen, zum Beispiel aufgrund von Größenvorteilen, die letztlich die Verdrängung kleinerer Wettbewerber und anschließend höhere Preise ermöglicht". "Wir hätten die Geschäfte alle gern fortgeführt", sagte Teyssen.

Dazu erklärt Gero Lücking: "Diese Entscheidung ist ein Bruch mit der bisherigen wettbewerbsfreundlichen Praxis der EU-Kommission". Im Februar hatte die Behörde bereits die Übernahme von Teilen des Eon-Konzerns zur Erzeugung von Öko- und Atomstrom durch RWE genehmigt.

Für Innogy beginne eine neue Zeitrechnung - als Teil der neuen Eon und der neuen RWE, sagte der scheidende Aufsichtsratschef Erhard Schipporeit. Eon will sich deshalb künftig auf den Transport von Strom und Gas sowie den Verkauf von Energie und Dienstleistungen konzentrieren.

FREIBURG taz | Der Energiekonzern Eon darf unter Auflagen die Sparten Netz und Vertrieb von der RWE-Tochter Innogy übernehmen.

Ab 2022 erhofft sich Eon jährlich Synergieeffekte von 600 bis 800 Millionen Euro. Dabei sollen bis zu 5000 Stellen aus beiden Unternehmen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden. Neu ist auch: Beide Konzerne sind künftig geschäftlich eng miteinander verbunden. Sie wechselt in eine Eon-Leitungsfunktion.

So eine Machtkonzentration habe es im deutschen Energiemarkt noch nie gegeben. Zusammen mit den bisherigen Innogy-Kunden kommt der Energieriese künftig auf rund 14 Millionen Kunden. RWE soll sich schrittweise vom Braunkohleverstromer zum Ökostromanbieter wandeln.

"Die Auflagenentscheidung der EU für den deutschen Markt wirkt geradezu lächerlich".

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft warnte, der Deal "bedroht die Energiewende". Durch die Marktmacht hätten es klimafreundliche Lösungen für die Energiewende schwerer.

Eon-Chef Teyssen hat wiederholt versichert, der Wettbewerb sei "in Deutschland in keiner Weise gefährdet".

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