Pharma-Konzern Purdue beantragt Insolvenz nach Opioid-Klagen

Purdue flutete mit dem Arzneimittel Oxy Contin den Markt mit Schmerzmitteln- und trägt Mitschuld an der Opioid-Epidemie

Am Freitag hat die New Yorker Staatsanwaltschaft weitere schwere Vorwürfe erhoben und den Clan beschuldigt, eine Milliarde Dollar unter anderem auf Schweizer Bankkonten versteckt zu haben. Die Firma, die sich im Besitz der Sackler-Familie befindet und nicht an der Börse kotiert ist, sieht sich mit massiven Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit der Opioid-Krise konfrontiert, für die das Purdue-Schmerzmittel Oxycontin verantwortlich gemacht wird. Um welche Schweizer Bank es sich handelt, war nicht bekannt.

Bereits im Jahr 2007 wurde Purdue wegen unzureichender Warnungen vor Suchtgefahren zur Strafzahlung von rund 634 Millionen Dollar verurteilt Im Januar 2019 klagte als erster US-Bundesstaat Massachusetts in einem 275-seitigen Memo acht Mitglieder der Sackler-Familie an.

James hatte im August rund 30 Finanzinstitute, die Geschäfte mit der Familie machten, um Informationen gebeten, um das Vermögen der Eigentümerfamilie zu ermitteln. "Allein die Unterlagen eines Finanzinstituts haben Geldtransfers in Höhe von rund einer Milliarde Dollar zwischen den Sacklers, den von ihnen kontrollierten Betrieben und verschiedenen Finanzinstitutionen gezeigt, darunter diejenigen, die Gelder auf Schweizer Konten geschleust haben", erklärte die Staatsanwältin.

Vermögen von 13 Milliarden Dollar?

Die Überweisungen schliessen den Unterlagen zufolge unter anderem Millionen-Gelder ein, die von einer Purdue-Muttergesellschaft zum ehemaligen Verwaltungsratsmitglied Mortimer D.A. Sackler verschoben wurden.

Wegen der Kritik an den Sacklers haben mehrere berühmte Museen die jahrelange Zusammenarbeit mit der Familie beendet, etwa das Metropolitan Museum in New York, die Tate Modern in London und der Louvre in Paris. Die Familie bestreitet das. In einer vor Gericht eingereichten Schätzung wird von Kosten von 453 Milliarden Dollar innerhalb des kommenden Jahrzehnts ausgegangen.

Aus diesem Grund lehnen sie einen möglichen Vergleich mit Purdue ab, auf den sich am Mittwoch rund 20 US-Bundesstaaten und tausende Gemeinden einerseits und Purdue Pharma mit der Familie Sackler andererseits verständigt hatten. Diesen will das Unternehmen abschliessen, um einen im Oktober drohenden Schadenersatzprozess vor einem Bundesgericht in Cleveland/Ohio abzuwenden. Zwei bis drei Milliarden Dollar für den Vergleich sollen von der Eigentümerfamilie übernommen werden. Als Teil des Vergleichs will Purdue Insidern zufolge Gläubigerschutz beantragen. Zudem soll die Familie die Kontrolle über Purdue Pharma aufgeben.

"Das Ausmass an Schmerz, Tod und Zerstörung, das Purdue und die Sacklers verursacht haben, übersteigt alles, was uns bislang angeboten worden ist", sagte William Tong, Staatsanwalt von Connecticut. Es ist die Geschichte eines ganzen großen Falls einer einst hoch angesehenen Unternehmerfamilie. Entweder ziehe Purdue nun einen Schlussstrich und helfe den Opfern der Opioid-Krise, oder das Unternehmen verbrauche sämtliche Ressourcen, um der Klageflut Herr zu werden.

Der amerikanische Pharmakonzern Purdue Pharma, gegen den mehr als 2000 Klagen wegen seines süchtig machenden Schmerzmittels Oxycontin anhängig sind, hat Insolvenz beantragt.

Purdue und die vermögende Eigentümerfamilie Sackler weisen die Vorwürfe zurück. In den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400'000 Menschen an den Folgen von Opioid-Missbrauch gestorben.

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