Warum der AfD-Chef keine Zuschauerfragen der ARD beantwortet

Bild zu ARD-Sommerinterview mit AfD-Bundesvorsitzendem

Nur Alexander Gauland von der AfD nicht. "Nicht alles, was Herr Höcke sagt, ist immer auch meine Meinung", so Gauland.

Im Rahmen der Sommerinterviews im Ersten hat die ARD in diesem Jahr auch eine Fragerunde mit Zuschauern veranstaltet, die in einer Sendung ausschließlich im Internet zu sehen ist: das Online-Format "Frag selbst!".

Seine politischen Mitstreiter Björn Höcke und Andreas Kalbitz verteidigte Gauland im ARD-Sommerinterview gegen Kritik.

Schon am Freitag wurde bekannt, dass der AfD-Fraktionsvorsitzende nicht an dem Webformat "Frag selbst!" teilnehmen würde. Der Bundessprecher und Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, wird da eine Ausnahme machen: Er hat für "Frag selbst!", das sich dem "Sommerinterview" am Sonntag anschließen sollte, abgesagt.

Die Chefs der anderen Bundestagsparteien hatten sich in den vorangegangenen "Sommerinterviews" jeweils den Zuschauerfragen gestellt.

Neben Gauland und Meuthen hatten am Wochenende noch andere AfD-Politiker Bundespräsident Steinmeier ins Visier genommen - etwa beim Landesparteitag in Bayern.

Moderatorin Tina Hassel verlas während des Interviews allerdings einige von Zuschauern eingesandte Fragen, darunter die nach einer erneuten Kandidatur Gaulands für den Parteivorsitz. Es sei also auch eine Frage der Gleichbehandlung. "Warum muss ich in ein schwarzes Loch schauen?", klagte der AfD-Partei- und Fraktionschef. "Das ist nicht seine Aufgabe", sagte Gauland.

Nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios erfolgte Gaulands Absage an die direkten Zuschauerfragen kurzfristig.

Auf den Einwand der Moderatorin, dass niemand der Teilnehmer die Fragen vorab bekommen habe, sagte Gauland: "Frau Hassel: Gut, Sie haben sie hier als Zuschauer-Fragen eingeführt". Auf eine weitere Zuschauerfrage, welches Alter das richtige für einen Ausstieg aus der Politik sei, antwortete der 78-Jährige: "Das kommt ganz auf die individuelle Leistungsfähigkeit an".

Gauland verteidigte in der ARD zudem den Brandenburger AfD-Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz, dem Kontakte zu Rechtsextremisten vorgeworfen werden. Diesem wurden Verbindungen zu diversen rechtsextremen Gruppierungen in der Vergangenheit nachgewiesen.

Der Bundespräsident hätte eine Rede halten können, wo er diese Themen anspricht, in diesem Zusammenhang aber nicht die AfD erwähnen dürfen.

Gauland sagte über Kalbitz: "Er macht es gut und er ist ein bürgerlicher Mensch". "Er macht das gut". Jüngstes Beispiel sind die verbalen Attacken aus der Partei gegen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der im SPIEGEL-Interview dem AfD-Anspruch indirekt widersprochen hatte, das Bürgertum zu vertreten.

Gauland kritisierte, Steinmeier versuche, "uns auszugrenzen aus dem politischen Diskurs, das ist nicht seine Aufgabe". Das sei aber allenfalls Sache des Bundesverfassungsgerichts.

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