ZDF-Chefredakteur Frey verteidigt Höcke-Interview

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Selbstverständlich muss es das Ziel des Gesprächs sein, dem AfD-Mann auch kritische Fragen zu stellen - ihn bestenfalls inhaltlich zu stellen. Wichtig sei, wie sich die Partei dazu stelle, so Frey: "Deckt man das oder distanziert man sich?"

Der thüringische AfD-Chef Höcke sorgt mit dem Abbruch eines ZDF-Interviews weiter für Diskussionen.

Nach knapp zehn Minuten bricht der Sprecher von Björn Höcke das Interview ab, wie das ZDF berichtet. Das geht so nicht.

Fragen gäbe es viele an Höcke. Weder der Fragesteller noch der Pressesprecher Höckes, der sich im weiteren Verlauf des Interviews zunehmend einmischt, sind zu sehen.

Der ZDF-Mann verweigert das, er habe noch nie ein Interview wiederholt, nur weil ein Gesprächspartner nicht zufrieden gewesen sei mit seinen Antworten: "Nee, tut mir leid".

Ein Interview mit dem ZDF hat der AfD-Mann mittendrin abgebrochen - und dem Sender mit "massiven Konsequenzen" gedroht.

"Dann haben wir ein manifestes Problem", sagte Höcke. Als der Journalist das ablehnt, droht Höcke mit "massiven Konsequenzen". Wir beenden das Interview, nur, dann ist klar ... Wir wissen nicht, was kommt.

Es sei klar, dass es "mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird". "Könnte doch sein". Am Ende hört man den Pressesprecher noch fragen: "Das Interview wird aber nicht verwendet, oder?". "Wir wissen nicht was kommt", so Höcke, vielleicht werde er "auch mal eine interessante persönliche, politische Person in diesem Land". Daraufhin sagt der Sprecher, das Interview werde so nicht freigegeben. Eine Skandalisierung habe das ZDF nicht beabsichtigt. "Wir wollten keinen Eklat".

DerZDF-Journalist David Gebhard ist natürlich nicht mit der Idee nach Erfurt gefahren, ein "normales" Interview mit einem Politiker zu führen.

Von manchem AfD-Sympathisanten wurde das Interview als Versuch des ZDF interpretiert, "missliebige Politiker medial zu guillotinieren".

Frey hält die Veröffentlichung des vorzeitig beendeten Interviews für richtig: "Wir haben uns darüber wirklich intensiv Gedanken gemacht". "Ich würde sagen, das sollten wir einfach noch mal wiederholen". Politiker anderer Parteien äußerten sich schockiert über die Aussagen Höckes. Diesen hatte der Redakteur Aussagen von Höcke vorgelegt und sie gefragt: "Ist das aus 'Mein Kampf' oder von Herrn Höcke?" Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier vermutete: "Wenn, eher aus ‚Mein Kampf'". Parteifreunde, die in seiner Sprache Wesensverwandtschaften mit dem Nationalsozialismus sehen, nennt er "Feindzeugen". Diese wollten "kontaminieren, was angeblich nicht mehr sagbar ist", fügte Höcke hinzu.

Eingeleitet hatte das ZDF den Beitrag mit einer Umfrage unter AfD-Abgeordneten, die sagen sollten, von wem unterschiedliche Zitate stammten - Höcke oder Adolf Hitler? Die einen den mutigen ZDF-Journalisten, der sich in die Höhle (Erfurt, AfD-Zentrale) des Löwen (Björn Höcke) traute und als Trophäe ein skandalträchtig abgebrochenen Videos ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurückbrachte.

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