Commerzbank streicht Tausende Stellen und schließt Filialen

Die Commerzbank plant Stellenabbau und Filialschlie

Stellenabbau, Filialschließungen und Verkauf von Tafelsilber: Mit harten Einschnitten will sich die Commerzbank gegen Zinstief und Ertragsschwäche stemmen.

Voraussichtlich fallen etwa 4300 Vollzeitstellen weg. In Köpfen gerechnet beschäftigte die Bank Ende Juni 48.644 Mitarbeiter, davon gut 34.900 im Inland. Von den etwa 1000 Filialen sollen rund 200 geschlossen werden.

Eine Entscheidung zu dem "Strategieprogramm Commerzbank 5.0" steht nun zwar noch aus.

Der Strategie-Entwurf soll am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche mit dem Aufsichtsrat erörtert werden. Demnach lege man den Schwerpunkt zukünftig auf den Ausbau des Mobil-Kanals und der Zusammenführung der comdirect bank Aktiengesellschaft ("Comdirect") mit der Commerzbank. Jener der Comdirect hingegen schnellte angesichts des Übernahmeangebots um 23 Prozent in die Höhe.

Vermutlich brauchen viele Anleger weitere Details, um sich wieder Commerzbank-Aktien zuzulegen. Schließlich bot die Lage der Bank zuletzt derart wenig Anlass zur Freude, dass sogar der Großaktionär Bund, der seit der Finanzkrise mit noch 15,6 Prozent an der Bank beteiligt ist, einen Berater sucht, um die Strategie von Commerzbank-Chef Martin Zielke zu überprüfen.

Auch die Erträge - also die gesamten Einnahmen der Bank - sanken. Das teilte die zweitgrößte börsennotierte Bank Deutschlands an diesem Freitag mit. Zentraler Baustein scheint der Verkauf des 69-Prozent-Anteils an der polnischen Tochter zu sein, die an der Börse derzeit rund 2,1 Milliarden Euro wert ist. Dies würde Geld in die Kasse spülen und eine schnellere Umsetzung der Strategie und der damit verbundenen Investitionen ermöglichen. Außerdem würde der Verkauf Eigenkapital freisetzen. Auf der anderen Seite würde die Commerzbank mit einem Verkauf einen Innovationstreiber und eine stabile Ertragsquelle verlieren. Die M-Bank war für den Konzern immer eine Spielwiese, um digitale Neuerungen im Privatkundengeschäft auszuprobieren. Klar sei jedoch: "Ein weiterer konzernweiter Stellenabbau ist leider unvermeidbar". Im ersten Halbjahr 2019 brach der Gewinn auf 391 Millionen Euro ein - nach 533 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Aufteilung: 750 Millionen Euro für zusätzliche Investitionen in Digitalisierung, IT-Infrastruktur und Wachstum, 850 Millionen Euro für Restrukturierungskosten (Stellenabbau, "Anpassungen im Filialnetz").

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