Datenmissbrauch: Facebook sperrte fast 70.000 Apps

Das Facebook Logo wird auf einem Smartphone gespiegelt das auf einer Tastatur liegt

Die Verbannung der Apps gilt in den meisten Fällen nur vorläufig, wie der für die Zusammenarbeit mit externen Partnern zuständige Facebook-Manager Ime Archibong gestern mitteilte. Daten von Facebook-Nutzern waren vom Entwickler einer Umfrage-App vor über fünf Jahren widerrechtlich an Cambridge Analytica weitergegeben worden. Und viel härter durchgegriffen als bisher bekannt war. Diese Mitteilung des sozialen Netzwerks vom Freitag liegt weit über bisherigen Angaben.

Facebook hat bei seinen Untersuchungen nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica zehntausende Apps gesperrt.

Facbook bemüht sich um mehr Datenschutz - und kappt in diesem Zusammenhang Zehntausende Apps. Das Unternehmen nahm sich damals vor, alle Apps zu überprüfen, die Zugriff auf große Mengen von Daten hatten.

In manchen Fällen sei der temporäre Ausschluss der Apps beschlossen worden, weil die Betreiber auf Informationsanfragen von Facebook nicht geantwortet hätten, erklärte Archibong. Die betroffenen Apps seien von 400 verschiedenen Softwareentwicklern gekommen.

Facebook sagte, die Untersuchungen der Apps seien "in keiner Weise beendet", das heißt es könnte zu weiteren Sperrungen kommen. Die Gründe für das Sperren waren nach Angaben des Unternehmens vielfältig, und die Apps hätten nicht zwangsläufig eine "Bedrohung" dargestellt.

Facebook habe jedoch einige Apps vollständig gesperrt.

Nehmen Sie die digitale Zukunft selbst in die Hand. Bei rund 10.000 prüft Facebook, ob Regeln zum Umgang mit Daten der Nutzer verletzt wurden. Als Beispiel wurde die App "My Personality" genannt, die Informationen ohne angemessene Schutzmechanismen an Forscher und Unternehmen weitergereicht habe.

Demnach wurden 69.000 Apps auf der Facebook-Plattform blockiert, davon der Großteil, weil ihre Entwickler bei der Untersuchung des Online-Netzwerks nicht kooperieren wollten.

Wenn notwendig, habe das Unternehmen auch Klage eingereicht. Ein Gericht lehnte den Antrag von Facebook ab, sie unter Verschluss zu halten.

Der Fall Cambridge Analytica brachte Facebook im Frühjahr 2018 massiv unter Druck.

Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Facebook rund zwei Millionen Apps identifiziert hat, die wegen möglichen Missbrauchs von Nutzerdaten genauer untersucht werden sollten. Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg sah sich gezwungen, zu Anhörungen vor den amerikanischen Kongress zu treten. Die Ergebnisse flossen unter anderem in den Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump.

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