Ölpreise steigen um rund 10 Prozent

Dieses von der US-Regierung und Digital Globe zur Verfügung gestellte

Ein Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien am vergangenen Wochenende bleibt das beherrschende Thema am Ölmarkt. Zuletzt verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 6,60 Dollar auf 66,82 Dollar - und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juli. Der Preis habe schon mal über längere Zeit bei mehr als 100 Dollar gelegen.

Die Auswirkungen auf den deutschen Markt und für die Autofahrer hierzulande dürften sich aber nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Grenzen halten. "Aus Saudi-Arabien kommt kaum Öl nach Deutschland - 2018 war es ein Prozent", sagte ein Verbandssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex in Abkaik die größte Raffinerie des Landes und die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt.

Obwohl sich die jemenitischen Huthi-Rebellen zum Angriff bekannten, machten die USA das iranische Mullah-Regime für den Öl-Anschlag verantwortlich.

Aus dem Weißen Haus hieß es, US-Präsident Donald Trump habe dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman telefonisch "seine Unterstützung für Saudi-Arabiens Selbstverteidigung" angeboten. Teheran bestritt jegliche Beteiligung. Das arabische Königreich führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft.

"Dieser Angriff zeigt, wie verwundbar die saudische Ölproduktion ist", sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Seit 2015 fliegt eine Allianz unter Führung von Saudi-Arabien Luftangriffe auf die Rebellen. Anders als die USA bereitet die Bundesregierung aber keine Freigabe von strategischen Ölreserven vor. Er schrieb am Sonntagabend auf Twitter, ausgehend von dem Angriff, "der sich auf die Ölpreise auswirken könnte", habe er - falls erforderlich - die Freigabe genehmigt. Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris sieht zunächst keine Versorgungsprobleme. Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt. Kurzfristige Produktionsausfälle könnten wohl durch das Anzapfen strategischer Ölreserven ausgeglichen werden. Selbst die USA seien dazu trotz ihrer in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Ölförderung nicht im Stande.

Auch der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, rechnet damit, dass sich der Ölpreis nach einem kräftigen Anstieg schnell wieder normalisieren werde.

Tatsächlich sind die Ölpreise am Montag in den ersten Handelsminuten deutlich gestiegen. Die Anrainerstaaten des persischen Golfs produzierten gut ein Drittel des weltweiten Öls. Wenn es dort zu einem massiven bewaffneten Konflikt käme, wäre die globale Ölversorgung gestört, und die Preise würden deutlich steigen. "Abkaik ist das Herz des Systems, und sie hatten gerade eine Herzattacke", sagte Roger Diwan vom Marktforscher IHS Markit.

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