SNB lässt Leitzins unverändert - Höherer Freibetrag für Banken

Swiss National Bank's Chairman of the Governing Board Thomas Jordan speaks during a semi-annual conference in Bern Switzerland Thursday

Für 2019 geht die SNB neu von einer Inflation von +0,4 Prozent aus (alt: +0,6%).

Die Anpassung der Berechnungsgrundlage für den Negativzins auf den Sichtguthaben wertet Philipp Burckhardt von Lombard Odier als Reaktion auf den EZB-Entscheid.

Sie gewährt den Banken aber höhere Freibeträge, was zu Mindereinnahmen bei der SNB führen wird. Ausserdem erklärt sie sich weiterhin bereit, "bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren". Auch nach der jüngsten Aufwertung auf handelsgewichteten Basis wird der Schweizer Franken von der SNB immer noch als "hoch bewertet" und nicht als "überbewertet" angesehen. Dies ist neben den Negativzinsen der zweite Hauptpfeiler ihrer Politik, den Franken zu schwächen. Diese Anpassung führe dazu, dass der Freibetrag für das Bankensystem steige und die Negativzinseinnahmen der SNB sinken würden, heisst es.

Die Zinsen bleiben gleich, obwohl die SNB eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in der Schweiz beobachtet hat. Die Belastung durch Negativzinsen solle dabei auf "das Nötigste" beschränkt bleiben. Mit der neuen Regelung werde sich die Durchschnittsbelastung nach seinen Berechnungen ab November halbieren.

"Die SNB steht also weiter mit dem Rücken zur Wand und scheint ähnlich wie die EZB einen Grossteil ihrer geldpolitischen Mittel ausgeschöpft zu haben". Sie geht für 2019 neu von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von "0,5 bis 1,0 Prozent" aus.

"Die Nationalbank hat ihre Inflationsprognosen (unter der Voraussetzung eines unveränderten Leitzinses) deutlich nach unten korrigiert". Im Juni war noch von "rund 1.5 Prozent" die Rede. Ist die Nachfrage nach Finanzierungen aufgrund eines eingetrübten Konjunkturausblicks auf Seite der Unternehmen aber schwach, verfehlen die Negativzinsen ihren Zweck. Für 2020 werden nun +0,2 Prozent (alt: +0,7%) und für 2021 +0,6 Prozent (alt: +1,1%) prognostiziert.

Ja, der Franken ist stark.

Wieweit die SNB-Verantwortlichen diesen Stimmen Rechnung trugen, lässt sich von aussen nicht sagen. Die Währungshüter begrüssen daher die Selbstregulierungsmassnahmen der Banken im Bereich der Renditeliegenschaften.

Da sich der Franken gegenüber dem Euro zuletzt wieder leicht verbilligte, bestand kein akuter Handlungsbedarf. Aktuell (10.37 Uhr) kostet ein Euro 1,0973 Franken und ein Dollar 0,9922 Franken.

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