"Wie könnt ihr nur weiter wegschauen!" — Thunberg vor UN

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich am Rande des UN-Klimagipfels mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg

In ihrer Rede bekannte sich Merkel zur Verantwortung Deutschlands und der Industrienationen für den Klimawandel. "Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?", sagte Thunberg bei dem Gipfel mit Tränen in den Augen. "Wie könnt ihr nur weiter wegschauen".

Nach Merkel sollte der französische Präsident Emmanuel Macron auftreten, weitere Redner sollen Chinas Außenminister, der EU-Ratspräsident Donald Tusk, Russlands stellvertretender Ministerpräsident und der britische Premierminister Boris Johnson sein. Trump hat den menschengemachten Klimawandel immer wieder angezweifelt und 2017 den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Nach seinem Amtsantritt hatte er den Ausstieg aus dem zentralen Pariser UN-Klimaabkommen verkündet - und das als Staatschef des Landes mit dem zweithöchsten Ausstoß von klimaschädlichen Gasen.

"Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie bislang - und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?" "Sie lassen uns im Stich". "Auch wenn die Lage nicht gut ist und der Planet leidet, ist das Fenster der Möglichkeiten noch immer geöffnet", sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Wir befinden uns im Anfang eines Massenaussterbens, und alles, woran Ihr denken könnt, sind Geld und Märchen von ewigem Wachstum.

"Wir sind Zeugen einer massiven Zerstörung", sagte die Initiatorin der Bewegung "Fridays For Future" weiter. Allerdings wird weniger als die Hälfte der 136 Staats- und Regierungschefs, die in dieser Woche an der UNO-Generaldebatte in New York teilnehmen, am Montag auf dem Klimagipfel anwesend sein. Die Kanzlerin rief dazu auf, den Ratschlägen der Wissenschaft zu folgen.

Die Bundeskanzlerin verwies auch auf die nationalen Reformen, unter anderem das Klimaschutzprogramm 2030, das die Bundesregierung am Freitag beschlossen hatte. Die Entwicklungsländer seien dagegen die Hauptleidtragenden. "Deshalb haben wir als Vertreter der Industrieländer die Pflicht, Innovation, Technologie und Geld einzusetzen, um die Weg zu ebnen, um die Erderwärmung zu stoppen".

"Wenn wir nicht dringend unseren Lebensstil ändern, setzen wir das Leben selbst aufs Spiel", mahnte Guterres am Montag weiter.

"Der Klima-Notfall ist ein Rennen, das wir derzeit verlieren, aber es ist ein Rennen, das wir gewinnen können", sagte Guterres laut einer schriftlichen Erklärung seines Büros. "Die Zeit ist knapp, aber es ist noch nicht zu spät".

Unmittelbar vor dem Gipfel veröffentlichte Guterres konkrete Zusagen der Teilnehmerstaaten.

Auch 10 Regionen, 102 Städte und 93 Unternehmen schlossen sich der Selbstverpflichtung an. Unklar blieb aber, wie die Regierung den Ausstoss des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 reduzieren will.

Als Ziel des Gipfels hatte Guterres im Vorfeld ausgegeben, dass die Weltgemeinschaft sich zu einer deutlicheren Verringerung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstosses verpflichtet.

Es sei genug geredet worden: "Das ist kein Klima-Verhandlungs-Gipfel". Das ist kein Klima-Gipfel der Verhandlungen. Sie werfen den Staaten demnach vor, zu wenig gegen den Klimawandel zu tun und damit gegen die weltweit gültigen Kinderrechte zu verstoßen. Der US-Präsident hatte parallel zum Klimagipfel zu einer eigenen Veranstaltung im UN-Hauptquartier eingeladen. Bisher sind es nur etwa ein Drittel. Die vorgestellten Maßnahmen seien "absolut ungenügend" und würden der Dringlichkeit der Klimakrise sowie den anzustrebenden Reduktionszielen nicht gerecht. Die Welt hinkt weit hinter den Zielen des Pariser Abkommens von 2015 hinterher. Eine weltweite CO2-Neutralität bis zur Mitte dieses Jahrhunderts ist nach Einschätzung des Weltklimarats die Voraussetzung dafür, die Erderwärmung noch auf 1.5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen zu können. Das hat katastrophale Folgen, die jetzt schon in vielen Weltregionen sehr deutlich zu spüren sind, zum Beispiel durch den steigenden Meeresspiegel und die Zunahme extremer Wetterphänomene wie Wirbelstürme.

Rederecht erhielten bei dem Gipfel nur Länder mit konkreten Plänen, darunter große Wirtschaftsmächte wie Deutschland, Frankreich, Indien oder die Türkei. Aber auch kleine Staaten, die wenig für den Klimawandel können, aber besonders stark unter ihm leiden, erhielten das Wort: die Marshallinseln, die Seychellen, Jamaika oder auch Tonga standen auf der Liste.

Neben den USA erhielten Klimasünder wie Brasilien, Südkorea, Japan, Saudi-Arabien und Australien kein Rederecht.

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