Klimaschutz: Greta Thunberg legt Beschwerde gegen Deutschland ein

Die Hamburgerin Raina Ivanova spricht gemeinsam mit anderen jungen Klimaaktivisten auf dem UN-Klimagipfel

Das erklärte Thunberg selbst auf Twitter. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren aus Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Indien, den Marshallinseln Nigeria, Palau, Südafrika, Schweden, Tunesien und den USA werden dabei von einer Rechtsanwaltskanzlei unterstützt. Der Grund: Mit ihrer unzureichenden Klimapolitik würden die betroffenen Staaten gegen die UN-Kinderrechtskonvention verstoßen.

"Vor 30 Jahren haben die Staats- und Regierungschefs allen Kindern ein historisches Versprechen gegeben, indem sie die Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet haben".

Unter den Jugendlichen im Alter zwischen acht und 17 Jahren ist auch eine 15-Jährige aus Hamburg. Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt das Anliegen der Kinder, ist aber nicht offizieller Partner der Beschwerde. Und sie würden zu wenig gegen den Klimawandel tun, obwohl sie von den Risiken wüssten.

"Ihr habt uns betrogen", sagte Greta in ihrer Rede beim UN-Klimagipfel. Sie erzählen von Dürre und Überschwemmungen und dem Tod von Nachbarn aufgrund solcher Katastrophen, von Gesundheitsrisiken und psychischen Belastungen oder von der Bedrohung traditioneller Lebensweisen wie Fischerei und Rentierzucht.

"Ich möchte einfach, dass unsere Stimme gehört wird, und dass die Erwachsenen darauf reagieren und bessere Entscheidungen treffen", sagte Ivanova in New York. Die Anklage, die mit der Unterstützung der gemeinnützigen Umweltorganisation Earthjustice und der internationalen Anwaltskanzlei Hausfeld LLP gestemmt wurde, sei nur der erste Schlag. "Ich sehe, wie traurig es sie macht, wenn sie daran denkt".

Die Beschwerde wurde an den UN-Kinderrechtsausschuss übergeben, teilte das UN-Kinderhilfswerk "Unicef" am Montag mit.

Konkrete Folgen wird die Anklage aber wohl zunächst nicht haben: "Die Beschwerde ist keine Klage, die Sanktionen zur Folge haben könnte". Reine Symbolpolitik sei es aber trotzdem nicht, weil eine solche völkerrechtliche Beschwerde zusätzlichen Druck auf die politischen Verantwortlichen ausübe.

Der UN-Klimagipfel sei eine "riesige Chance" für die Staats- und Regierungschefs der Welt zu beweisen, dass sie es ernst meinten, sagte Thunberg. In jedem Fall ist die Beschwerde ein weiteres, deutliches Warnsignal an die Politik.

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