Thomas Cook-Pleite: Condor-Plakat in Braunschweig verunstaltet

Eine Boeing 767-300 der Fluggesellschaft Condor

Der Überbrückungskredit helfe über den nachfrageschwächeren Winter, für den kommenden Sommer mache er sich keine Sorgen. Es geht um offene Rechnungen und Angst vor künftig ausbleibenden Touristen.

Nach Unternehmensangaben sind derzeit rund 140.000 Urlauber mit den deutschen Reiseveranstaltern von Thomas Cook unterwegs. Der Verkauf von Reisen wurde gestoppt.

Die Insolvenz trifft in Großbritannien auch Kunden des Hauptkonkurrenten Tui. Das Unternehmen stellte am Mittwoch nach eigenen Angaben Insolvenzantrag. Angesichts der vielen Urlauber jedoch dürfte nicht genügend Geld vorhanden sein, um alle Forderungen zu erfüllen.

Für jene Kunden, die die gebuchte Reise noch nicht angetreten haben, gibt es hingegen schlechte Nachrichten.

Etwa die Hälfte der Hochzeitsgäste hatte nach Angaben des Paares beim Reisekonzern Thomas Cook gebucht. Die Telefone standen am Montag und Dienstag in den Reisebüros in Werne nicht still. "Mit diesem Überbrückungskredit kann das Unternehmen in den nächsten Monaten weiterarbeiten", teilte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle mit.

Verhindern soll das ein Kredit von rund 200 Millionen Euro, den die Airline bei der Bundesregierung beantragt hat. Wie hoch der Überbrückungskredit sein soll, ist nicht bekannt.

Gleichzeitig rede das Management mit allen Lieferanten und Partnerunternehmen, um seine Maschinen weiter in der Luft zu halten. Die Branche zittert mit - denn die Herbstferien sind nahe. Dennoch kassierten die Thomas-Cook-Manager üppige Bonuns-Zahlungen.

Der Konzern ist mit rund 1,7 Milliarden britischen Pfund (1,9 Mrd Euro) verschuldet. Die beiden sind schon seit mehreren Tagen mit ihren beiden kleinen Töchtern vor Ort - aber viele Gäste fehlen noch, wie sie unter anderem der "Nottingham Post" berichteten. Von anderen deutschen Reiseanbietern wie DER Touristik, FTI und Schauinsland habe er Ankündigungen, dass sie mehr Sitze bei Condor abnehmen wollten. Die Schwierigkeiten von Condor seien durch die Insolvenz der britischen Muttergesellschaft Thomas Cook entstanden. Nach deutschem Recht müssen die Reiseunternehmen eine Mindestabsicherung von 110 Millionen Euro garantieren.

"Für viele der griechischen Inseln wie Kreta wird das Vakuum, das durch die Insolvenz von Thomas Cook entstanden, schwer zu füllen sein".

Betroffen waren und sind etwa eine Million Kunden, die ihren Urlaub erst noch antreten wollten, aber auch rund 600.000 Thomas Cook-Kunden, die derzeit schon im Urlaub sind. Was die Insolvenz genau für sie bedeutet, war zunächst unklar.

Der Präsident des Kretischen Tourismusverbands, Michalis Vlatakis, bezeichnete die Pleite am Montag als "Erdbeben der Stärke sieben", dessen Tsunami noch zu erwarten sei. Dass die Absicherung bei Pauschalreisenden mit Thomas Cook ausreicht, um alle Ansprüche zu decken, hält Müller für fraglich.

Bei Reisebüros, die nicht ausschließlich Thomas-Cook-Reisen anbieten, redet man offener. "Die Veranstalter müssten den betroffenen Kunden Schadenersatz zahlen".

Watson hat mit einer deutschen Urlauberin gesprochen, die zur Zeit in diesem Hotel untergebracht ist. Die Konsequenzen der Pleite für Mallorca seien "von einer bisher nie dagewesenen Dimension".

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