Kampf um das Unternehmen: Zukunft von Osram nach gescheiterter AMS-Übernahme offen

Osram schreibt Verluste und braucht einen finanzstarken Investor

Die Commerzbank hat Osram nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch den österreichischen Chip- und Sensorhersteller ams von "Hold" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 41 auf 34 Euro gesenkt.

Zunächst schienen jene Anleger Oberhand zu haben, die sich über das Scheitern der Übernahme freuten.

Doch damit ist die Übernahme für den österreichischen Chiphersteller noch nicht endgültig geplatzt. ams könnte weiterhin ein Übernahme von Osram anstreben, wobei das Prozedere seine Tücken hat. ams ist künftig noch mehr von den Mietbietern, aber auch im Extremfall von zeitlichen Fristen abhängig, was die Übernahme bis zu einem Jahr verzögern könnte. Allerdings ist der Einfluss von AMS auf Osram bereits zum jetzigen Zeitpunkt groß. Das Angebot von ams sei offenbar nicht hoch genug gewesen, da die Aktionäre es nicht angenommen hätten, sagte Bank in dem Gespräch. Und die dritte Offerte, die Bain Ende September gemeinsam mit der Investmentgesellschaft Advent in Aussicht gestellt hat, ist bislang noch nicht einmal offiziell geworden. Diese werde in einigen Wochen beendet sein. Damit ist das Unternehmen der größte einzelne Anteilseigner von Osram. Er hält eine Kombination von ams und Osram nach wie vor für technologisch sinnvoll. Viele Investoren sehen hingegen für den Fall eines neuerlichen Übernahmeangebots rot. Von ams war zunächst keine Reaktion auf das Gesprächsangebot durch Osram zu erhalten. Zudem gab es Zweifel an den Synergieeffekten und generell an der Logik des Zusammenschlusses. Auch einem weiteren Kauf von Osram-Papieren am Markt sind regulatorische Grenzen gesetzt. Zugleich prüfen die Finanzinvestoren Bain Capital und Advent International, ob sie ein Kaufangebot für Osram wagen sollen. In einem solchen Fall sei es möglich, dass ams die Beteiligung zum Kaufpreis oder sogar mit Gewinn loszuwerden, hiess es dazu bei Barclays.

Für den Hauck&Aufhäuser-Experten Christian Sandherr ist nun die Zeit gekommen, sich wieder auf die eigentliche Geschäftstätigkeit von AMS zu konzentrieren. Er erinnert etwa an Berichte von japanischen Medien, wonach AMS-Hauptkunde Apple die bestellten Produktionsmengen jüngst erhöht habe. Bis gestern Mittag verloren Osram-Aktien rund 4,3 Prozent auf 39 Euro.

Wie es nun mit dem deutschen Lichttechnik-Spezialisten weitergehe, sei völlig offen.

Mit AMS jedenfalls hat zumindest einer der drei Kaufaspiranten bereits angekündigt, am Ball bleiben zu wollen. Zwar hat sich Bain, als das Scheitern der Offerte mit Carlyle sich abzeichnete, mit dem Finanzinvestor Advent zusammengetan. Angesichts der Tatsache, dass ams inzwischen einen Anteil von knapp 20 Prozent an dem deutschen Beleuchtungshersteller hält, rechne er nicht mit einem besseren Übernahmeangebot durch private Beteiligungsgesellschaften, schrieb Analyst Sebastian Growe in einer am Montag vorliegenden Studie. Bei einem weiteren Zukauf über die Börse müsste das Unternehmen ab einem Anteil von 30 Prozent erneut ein Angebot zur Übernahme von Osram abgeben. Eine besondere Hürde war der hohe Anteil von Kleinanlegern (rund ein Viertel), denen die Zeit kaum reichte, um die aufgestockte Übernahmeofferte von 41 Euro anzunehmen.

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