Boeing - Probleme mit 737-MAX hat personelle Konsequenzen

Dennis Muilenburg am Rednerpult

Zwei Abstürze des bestverkauften Flugzeugtyps 737 Max binnen kurzer Zeit haben das Vertrauen in den US-Hersteller Boeing erschüttert. Die Krise um die 737 Max führt bei Boeing zu einer Neuaufstellung im Top-Management. Muilenburg bleibe Konzernchef, gebe den Vorsitz des Verwaltungsrats aber ab, teilte das Unternehmen gestern mit.

Seinen Posten als Vorsitzender im Kontrollgremium übernimmt David L. Calhoun. Calhoun sprach Muilenburg im Namen des Gremiums Rückendeckung aus: "Der Rat hat volles Vertrauen in Dennis als Vorstandschef". Das gesamte Team sei darauf fokussiert, die 737 Max wieder sicher in den Betrieb zu bringen. Anleger reagierten auf die Nachricht zunächst gelassen, Boeings Aktien drehten nach Börsenschluss lediglich leicht ins Minus. Der Schritt dürfte vor allem dazu dienen, Muilenburg etwas aus der Schusslinie zu bringen.

Die im Zentrum der Kritik stehende Steuerungssoftware MCAS war eigens für Boeings spritsparende Max-Neuauflage der 737-Serie entwickelt worden. Mit Calhoun steht dem Verwaltungsrat - der als oberstes Gremium dem Vorstand übergeordnet ist - künftig ein Private-Equity-Mann vor, der im Boeing-Direktorium bislang nicht sonderlich auffiel. Der Konzern steht im Verdacht, die Unglücksflieger im Wettbewerb mit dem europäischen Erzrivalen Airbus überstürzt auf dem Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing weist dies zwar zurück, hat aber verschiedene Fehler und Pannen eingeräumt. Bei einem Herstellerfehler wäre Boeing mit großen Haftungsrisiken konfrontiert. Wann das Verbot aufgehoben werden könnte, ist unklar - erst kürzlich strich darum eine Fluglinie alle 737-Max-Flüge bis Mitte Januar aus dem Flugplan. Die FAA soll wesentliche Teile der Zertifizierung Boeing selbst überlassen haben. Seit dem zweiten Absturz im März sind die Krisenjets mit Startverboten belegt.

Derzeit ermittelt die Flugaufsichtsbehörde FAA, ob sie vom Flugzeugbauer falsch über Neuerungen beim 737-Nachfolger informiert wurde, um schneller die Freigabe für dieses Flugzeug zu erteilen.

Beim US-Flugzeughersteller Boeing wird die Führungsetage neu sortiert. Boeing steht unter Druck, die Software-Fehler zu beheben, die als Absturzursache gelten, kommt bisher aber nicht wie erhofft voran.

Per Ende Juni soll der Fall den Konzern bereits rund 8,3 Milliarden Dollar gekostet haben, rechnete Bloomberg vor.

Einen nachvollziehbaren Zeitplan für die Wiederzulassung gibt es derweil immer noch nicht.

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