Netto und Penny: ZDF-Doku deckt erschreckende Wahrheit über Fleischwaren auf | Verbraucher

Sternekoch Nelson Müller

Für "ZDF Zeit" testete Sternekoch Nelson Müller nicht nur die Ware der beiden Discounter Penny und Netto, sondern wagte auch einen Blick hinter die Kulissen.

ZDF-Fernsehkoch Nelson Müller deckt im Vergleichstest Ungereimtheiten in den Herkunftsnachweisen der großen deutschen Discounter-Ketten nach.

Wenig überraschend: Ein Korb mit 20 Markenartikeln wie Barilla-Nudeln oder Jacobs-Kaffee kostet bei beiden etwa gleich viel: 37,53 Euro bei Penny, 38,40 Euro bei Netto. Über den Zeitverlauf von neun Wochen war mal der eine, mal der andere Händler günstiger. Das Ergebnis: Bei Penny konnten die Kunden mehr sparen, bis zu 6,20 Euro war die Differenz zum Konkurrenten Netto.

Bei Netto gibt's Rabatte häufig erst für große Mengen.

Die Wochenendangebote der Discounter sind vor allem heiße Luft! Daher blieb Penny am Ende beim Preis vor Netto. Geprüft wurden Kekse, Fruchtgummi, Schokoriegel, Apfelringe und Schokoerdnüsse - die Probeesser fanden lediglich die Apfelringe und die Kekse von Penny leckerer als die von Netto.

Beim Geschmack haben die Hausmarken von Netto die Nase vorn.

Fazit: Netto holt den Sieg. Nelson Müller staunte über die geringen Unterschiede im Geschmack: "Ich hätte gedacht, dass sich beide Eigenmarken Mühe geben, sich abzuheben".

Wer günstig einkaufen will, geht zum Discounter - häufig zu Penny oder Netto, die mit tausenden Filialen in fast jeder deutschen Nachbarschaft zu finden sind. Mit sogenannten Abklatschtests konnten in 20 Berliner Filialen Darmbakterien nachgewiesen werden - ekelig! In der Obstabteilung faulen Früchte, die Backstationen sind unsauber - ein Zeichen für fehlendes Personal, so Erika Ritter von der Gewerkschaft Verdi. Im Schnitt arbeiten bei Penny nur drei Verkäufer pro Schicht, Netto wollte sich nicht äußern.

Fazit: kein Gewinner in dieser Kategorie.

Ärgerlich wird Nelson Müller beim Discounterfleisch. Die ZDF-Tester setzten daher Experten vom Brotinstitut in Weinheim das Roggenmischbrot, die Laugenbrezel und das Weltmeisterbrötchen vom Discounter vor. Wirklich gut wurde keines der Produkte bewertet.

Fazit: Im Labor hat sich Penny durchgesetzt (7:3). Aber geschmacklich überzeugt die Discounter-Backware nicht. Leckeres Brot sei eben nicht zum kleinen Preis zu haben, so Müller. Bei den Eigenmarken handelt es sich teilweise um Produkte, die bei Penny und Netto aus denselben Fabriken stammen. Doch bei Fleisch ist Vorsicht geboten: Kommt es aus Deutschland, steht es auf der Packung. So lässt Netto Putenfleisch aus Chile importieren.

"Wir produzieren in Deutschland so viel Fleisch, dass wir es sogar exportieren. Import ist nicht notwendig", sagte Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin. Verbraucher haben keine Chance zu erkennen, woher das Fleisch kommt. Dies wird durch Aufdrucke wie "Hergestellt in Bayern" verschleiert. Damit ist nämlich nur der letzte Produktionsschritt, also die Verpackung, gemeint. Ein fieser Trick, der leider legal ist!

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