Statt Greta Thunberg - Abiy Ahmed bekommt Friedensnobelpreis

Kim Jong Un ist auf der Liste der Nominierten. Dass er den Friedensnobelpreis am Ende erhält gilt jedoch als unwahrscheinlich

In manchen Jahren konnte man den Eindruck haben, dass die Friedensnobelpreise weniger mit dem Hintergrund ihres Namens als mit Medienaufmerksamkeit und einer Beliebtheit beim Juste Milieu zu tun haben. Um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit gab das Komitee schließlich bekannt, dass die Entscheidung nicht zu Gunsten Thunbergs gefallen ist.

Halb Oromo, halb Amhare: Abiy Ahmed, der äthiopische Regierungschef und Friedensnobelpreisempfänger 2019. Damit wird der Einsatz des 44-Jährigen Regierungschefs für Frieden mit dem Nachbarland Eritrea und die politische Öffnung im eigenen Land gewürdigt. Es handle sich um eine Anerkennung des bisher Erreichten, aber gleichzeitig auch um eine Aufforderung, den Friedensprozess weiter zu verfolgen. Die norwegische Nobeljury sprach die Auszeichnung dem äthiopische Ministerpräsidenten Abiy Ahmed für seine Bemühungen um die Aussöhnung mit dem Nachbarland Eritrea zu.

Damit stehen die Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden fest.

Die Auszeichnung gilt als der renommierteste politische Preis der Welt und ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert.

Die Jury hatte in diesem Jahr die Wahl zwischen 301 Nominierten, unter ihnen 223 Persönlichkeiten und 78 Organisationen. Da die Namen der Kandidaten 50 Jahre lang unter Verschluss gehalten werden, ließ sich über den Preisträger vorab nur spekulieren.

99 Mal hat das norwegische Nobelkomitee seit 1901 die Auszeichnung vergeben, insgesamt wurden 130 verschiedene Preisträger gekürt, darunter 89 Männer, 17 Frauen und 24 Organisationen. Die diesjährige Vergabe ist die 100. und somit ein Jubiläum für die Jury. Seit der ersten Auszeichnung 1901 gab es in 19 Jahren, vor allem in Kriegs- und Krisenzeiten, keinen Preisträger. Zudem hob die UNO die rund zehn Jahre lang bestehenden Sanktionen gegen Eritrea auf. Während alle weiteren Preise in Stockholm verliehen werden, bekommt ihn der Friedensnobelpreisträger traditionell in Oslo. Dort wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel, auch überreicht. Für die Auswahl ist eine Jury zuständig, die vom norwegischen Parlament ernannt wird.

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