Ecuadors Präsident verhängte nächtliche Ausgangssperre

Seit Tagen herrscht in Ecuador der Ausnahmezustand

Zuvor hatte es vor dem Parlament in der Hauptstadt Quito gewaltsame Zusammenstöße zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gegeben. Abgeordnete befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine im Parlament.

Die seit Tagen anhaltenden Massenproteste im lateinamerikanischen Land richten sich gegen die gestiegenen Treibstoffpreise. Sie drohten am Dienstag auch mit einer Erstürmung des Regierungspalastes in der Hauptstadt. An den Schulen und Universitäten des Landes ist der Unterricht ausgesetzt. Ecuadors Präsident Lenín Moreno verhängte daraufhin eine nächtliche Ausgangssperre in der Nähe wichtiger öffentlicher Gebäude.

Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg der Preise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Vor allem Angehörige indigener Völker beteiligten sich an den Protesten, um gegen die erhöhten Benzinpreise und die Erdölförderung in ihren Gebieten zu demonstrieren.

Bis zum 1. November ist es jeweils von 20.00 bis 05.00 Uhr verboten, sich strategisch wichtigen Gebäuden zu nähern, wie es in einem am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Dekret des Präsidenten heißt. Er verurteilte auch die Anschuldigungen als Putschisten gegen seine Person und den verfassungsmäßigen Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro, seitens Präsident Lenín Moreno. Wegen der sozialen Unruhen verhängte Moreno vergangene Woche für 60 Tage den Ausnahmezustand. Bei den Protesten gab es nach offiziellen Angaben bislang einen Toten und mehr als 70 Verletzte. Ecuador konnte sich somit IWF-Kredite in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro) sichern. Am Mittwoch sollte eine weitere Großkundgebung stattfinden. Er kündigte einen "Dialog" mit den Ureinwohnern und Finanzmittel für Gemeinden an, die von den höheren Treibstoffpreisen besonders betroffen sind. Auch Moreno hatte am Montag seinen Vorgänger Rafael Correa und Maduro beschuldigt, einen Staatsstreich gegen seine Regierung voranzutreiben. Innenministerin María Paula Romo sagte, die Vereinten Nationen und die katholische Kirche hätten sich als Vermittler angeboten. Seitdem sind die Treibstoffpreise um bis zu 123 Prozent gestiegen.

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