Französischer Autobauer: Renault-Chef Thierry Bolloré muss gehen - SPIEGEL ONLINE - Wirtschaft

Auf der Kippe Renault Generaldirektor Thierry Bollor

Neue Turbulenzen bei Renault: Der Konzern-Vize Bolloré muss sofort seinen Stuhl räumen. Es gehe vor allem darum, das Bündnis mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi zu beleben, das von Ghosn geschaffen und mit harter Hand geführt worden war. Das Treffen des Verwaltungsrats für Freitagvormittag war kurzfristig angesetzt worden. Der Renault-Verwaltungsratsvorsitzende Jean-Dominique Senard wird in dieser Übergangszeit auch den Vorsitz der Renault s.a.s. übernehmen.

Der Abgang hatte sich abgezeichnet: Am gestrigen Donnerstag hatte Bolloré der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" gesagt, er sehe einen "Putsch" gegen sich im Gange; dass Präsident Senard seinen Rücktritt wünsche, habe er aus der Presse erfahren.

Bolloré betonte nun, dass zwischen ihn und Senard eigentlich kein Blatt Papier passen würde und er immer loyal gewesen sei. "Die Brutalität und die völlig unerwartete Natur des Geschehens sind erschütternd", sagte er.

Der französische Staat stellte sich nach dem Bolloré-Rauswurf hinter den Renault-Präsidenten. Das Thema könnte bereits auf der Agenda des nächsten Treffens des Topgremiums am 18. Oktober stehen. "Jean-Dominique Senard hat unsere Unterstützung", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire.

Ghosn, der Architekt des Autobündnisses zwischen Renault und dem japanischen Hersteller Nissan, war Ende vergangenen Jahres wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Japan festgenommen worden. Bolloré war früher Stellvertreter Ghosns, der wegen Betrugsermittlungen in Japan zurücktreten musste.

Gerade wollte der einstige Chef der Autoallianz aus Renault und Nissan vor der Weltöffentlichkeit seine Unschuld beweisen, da nimmt die Staatsanwaltschaft in Japan den einst gefeierten Manager erneut fest. Der Staat hält 15 Prozent der Anteile an Renault. Senard, früherer Chef des Reifenherstellers Michelin, war bei Renault zur Hilfe gerufen worden, um das Unternehmen nach dem Rückzug von Ghosn zu führen. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden?

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