Nach Druck aus China: Apple löscht Hongkonger Protest-App - Panorama

Ärger um App: Peking wirft Apple Unterstützung der Hongkong-Proteste vor

Niedliche Hundesymbole sind darauf zu sehen, auch Piktogramme von Fotoapparaten und immer wieder auch Feuerwehrautos und Polizeiwagen.

Im App Store von Apple konnten sich Hongkonger ein Programm herunterladen, die ihnen hilft, der Polizei auszuweichen. Die Crowdsourcing-App HKmap.live hatte Apple anfangs nicht im App Store zugelassen, wie deren anonyme Entwickler auf Twitter schrieben.

Nach Kritik aus China hat der Apple-Konzern nach eigenen Angaben eine App aus seinem Angebot entfernt. Daraufhin sei eine Untersuchung gestartet worden. "Diese App verstößt gegen unsere Richtlinien und lokale Gesetze, und wir haben sie aus dem App Store entfernt", so der Konzern. Zudem hätten "Kriminelle" dank der App gewusst, in welchen Stadtteilen sich Polizisten befanden und hätten dann dort Bürger attackiert.

In Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen den wachsenden Einfluss der Regierung in Peking und die Beschneidung der Bürgerrechte. Berichten zufolge haben darüber hinaus auch Anwohner die App verwendet, um den Protesten und zugleich den teils willkürlichen Polizeieinsätzen aus dem Weg zu gehen.

China hatte Apple zuvor vorgeworfen, die Demonstranten in Hongkong zu unterstützen. Die App mache es Demonstranten leichter, sich an gewalttätigen Aktionen zu beteiligen, hieß es zur Begründung.

Den Entwicklern zufolge sagte Apple nun, die App sei dazu genutzt worden, Polizisten anzugreifen und zu überfallen und die "öffentliche Sicherheit zu bedrohen". "Was ist die tatsächliche Absicht?", schrieb das Blatt.

Die iPhone-App HKmap ist der chinesischen Führung ein Dorn im Auge.

Apples Erfolg beruht zu einem maßgeblichen Teil auf seinen Geschäftsverbindungen mit China.

Bemerkenswert ist dabei, dass der kalifornische Konzern mit Argumenten hantiert, die man offenbar direkt von chinesischen Behörden bezieht und die von Experten bereits in wichtigen Punkten widerlegt worden sind.

Wieder ein Beispiel für den langen Arm von China - und wie Apple den Forderungen des Landes erneut nachgibt.

Auch andere Unternehmen werden von China mit Sanktionen belegt - für die Konzerne ist der Umgang mit den Protesten ein Drahtseilakt, denn das Geschäft in China ist enorm. Wohl um die chinesische Regierung nicht zu verärgern, wurde mit iOS 13 das Emoji der taiwanischen Flagge auf iOS-Geräten in Hongkong und Macau gesperrt.

China erhöht den politischen Druck auf Apple.

Zuvor hatte Apple auf Wunsch Pekings die Nachrichten-App der "New York Times" aus seinem Angebot in China gelöscht.

Der Apple-Bann bedeutet noch nicht das endgültige Aus für HKmap. Im Play-Store für Android-Handys und als Web-App im Internet ist die Anwendung weiter verfügbar - noch.

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