Syrien: Türkei treibt Kurden in Assads Arme

Ein Kurdenkämpfer kümmert sich um einen verletzten Kollegen. APA  AFP  NAZEER AL-KHATIB

Dann marschieren Einwohner mit einem Poster des syrischen Präsidenten, Bashar al-Assad, auf und lassen den Machthaber lautstark hochleben.

Eine regierungsnahe Zeitung in Damaskus hatte zuvor berichtet, die Assad-Truppen sollten auch nach Manbidsch und Kobane entsandt werden.

Bei der Vereinbarung zwischen dem Assad-Regime und den Kurdenmilizen sei auch Russland dabei gewesen. Die syrischen Truppen kommen damit den türkischen Soldaten und denen mit ihnen verbündeten Rebellen gefährlich nahe. Seitdem treiben die türkischen Streitkräfte ihre Kämpfe ungeachtet internationaler Kritik gegen die Kurdenmiliz YPG voran. Unterdessen hat der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn mitgeteilt, dass sich die EU darauf verständigt hat, Waffenlieferungen an die Türkei auszusetzen. Auf den von Sana verbreiten Bildern schwenkten Menschen bei Autokorsos in der Stadt die syrische Fahne. "Um diese Aggression zu verhindern und sich ihr entgegenzustellen, wurde mit der syrischen Regierung eine Vereinbarung erzielt" zur Entsendung von Truppen an die türkische Grenze, erklärte die Autonomieverwaltung. "Wir stehen den türkischen Messern jetzt mit nackter Brust entgegen", schrieb SDF-Kommandant Maslum Abdi in einem Beitrag für das US-Magazin "Foreign Policy".

"Es gibt im Moment viele Gerüchte". Den NATO-Partnern warf er vor, die Türkei nicht ausreichend zu unterstützen. Erdogan betonte: "Wir werden unseren Kampf fortsetzen, bis wir den endgültigen Sieg erlangen". Lasst sie ihre Grenzen haben.

"Selbstverständlich nicht", sagt der Politologe Thomas Schmidinger zum KURIER. Für die Türkei sind YPG, PYD und PKK gleichermaßen Terrororganisationen. "Wir können nach derzeitigem Stand nicht erkennen, dass die aktuelle Situation in Syrien eine gegen kurdische Gruppen gerichtete militärische Intervention dort völkerrechtlich legitimieren würde", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin.

Frankreich befürchtet zudem, dass durch die schweren Gefechte und die unübersichtliche Lage im Kampfgebiet zahlreiche festgesetzte Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die Gelegenheit zur Flucht nutzen könnten. Damit machte er den Weg frei für die türkische Offensive zur Schaffung einer "Sicherheitszone" entlang der türkischen Grenze in Nordsyrien. Erdogan begrüßte am Montag die Ankündigung der USA, weitere Soldaten abzuziehen. "Das heißt, dass alle NATO-Länder dann einspringen müssten, um der Türkei zu helfen".

Nachdem die USA der Türkei grünes Licht für ihren Angriff gegeben hätten, sei man gezwungen gewesen, nach einer anderen Option zu suchen, sagte Kurd. Esper hatte zuvor mit US-Präsident Donald Trump gesprochen. Vielmehr drohe die Operation größere Teile der lokalen Bevölkerung zu vertreiben und die Region zunehmend zu destabilisieren. Erdogan bezeichnete dies als "Desinformation".

Bei einem türkischen Luftangriff in Ras al-Ain wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zehn Menschen getötet. Auch 18 Zivilisten wurden auf türkischer Seite getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle in Großbritannien hatte am Sonntag dagegen gemeldet, seit Beginn der Kämpfe seien mehr als 100 Kämpfer in den Reihen der SDF ums Leben gekommen.

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