Medienberichte: Deutsche Bank: Vorwürfe über Geschenke für Chinas Mächtige

Treffen von Staatspräsident Jang Zemin und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Anfang April 2002 in Deutschland

Um in China Erfolg zu haben, hat die Deutsche Bank offenbar jahrelang Geschenke, Gefälligkeiten und Geld verteilt.

Die "New York Times" zitiert den ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Ackermann zu den Vorwürfen: "Das war Teil davon, wie man zu der Zeit Geschäfte in diesem Land machte". Bereits zwei Jahre zuvor hätten externe Prüfer in einem Untersuchungsbericht, den die Zeitung einsehen konnte, den Verdacht geäußert, dass der Mann interne Regeln missachtet, seine Pflichten vernachlässigt und die Prüfungen behindert habe. In der Folge habe die Bank Richtlinien und Kontrollen verbessert und Maßnahmen gegen Schwachstellen ergriffen. So bezahlte die Bank demnach einer Beraterfirma 100.000 Dollar für ein Treffen zwischen dem damaligen Vorstand und späteren Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann und dem chinesischen Staats- und Parteichef Jiang Zemin im Jahr 2002.

Ähnlich verhält es sich nach Ansicht der Bank mit anderen Lasten aus der Vergangenheit. Ein Insider sagte, dass der Deutschen Bank im Falle von womöglich verspätet abgegebenen Verdachtsfällen jedoch keine Strafe der BaFin drohe, da sie im Zusammenhang mit dem Danske-Skandal nur eine Rolle als Korrespondenzbank inne gehabt habe. Bereits Ende September waren Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamtes in der Bank aufgetaucht und hatten Unterlagen sichergestellt. Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht der Beihilfe zur Geldwäsche.

Es handelt sich um etliche Fälle, die das Geldhaus erst zu Beginn dieses Jahres als verdächtig gemeldet hat. "Entsprechende Transaktionsgeschäfte wurden schon 2015 beendet". Bei allen relevanten Untersuchungen werde die Bank notwendige Informationen zur Verfügung stellen.

Sollten die Ermittler bei den Untersuchungen feststellen, dass Mitarbeiter oder das Management der Deutschen Bank ihre Beteiligung an den verdächtigen Transaktionen vertuscht hätten, könnten die Banker oder der Konzern mit einer Strafverfolgung rechnen. "Als Korrespondenzbank haben wir die Pflicht, Transaktionen hinsichtlich Sanktionen und Verdachtsmomenten für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu prüfen".

Über die Danske-Bank in Estland waren zwischen 2007 und 2015 verdächtige Zahlungen in Höhe von rund 200 Milliarden Euro gelaufen. In der Deutschen Bank heißt es, man habe in den letzten Jahren den Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung kontinuierlich verbessert. Investitionen in Kontrollsysteme seien vorangetrieben und die Abteilung gegen Finanzkriminalität deutlich ausgebaut worden.

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