Niederlande: Mann soll jahrelang mit sechs Kindern in Keller gelebt haben

Der Hof der versteckt hinter Bäumen und etwa 200 Meter vom Rande des Dorfes entfernt liegt

Die Menschen würden nun versorgt, teilte die Polizei am Dienstag in der östlichen Provinz Drenthe mit.

Der 58-Jährige Mann wurde laut Polizei vorläufig festgenommen, weil er die Polizei bei der Untersuchung des Falls nicht unterstützt habe. Nach Angaben niederländischer Medien soll er täglich mit einem großen Fahrzeug an dem Gebäude vorgefahren und bei Dunkelheit wieder verschwunden sein. Demnach handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen gebürtigen Wiener.

"Josef, der Österreicher" sollen Nachbarn ihn genannt haben, berichteten Lokalmedien.

Die Gruppe "lebte in sehr provisorischen Räumen", sagte der Bürgermeister Roger de Groot. Er nannte keine Details über den Hof und den Keller.

Auf einem abgelegenen Bauernhof im Ort Ruinerwold entdeckten die Beamten anschließend eine offenbar seit Jahren isoliert lebende Gruppe Menschen.

Auf diesem Bauernhof im Osten der Niederlande lebten der Mann und die sechs Jugendlichen während neun Jahren in einem Keller. Die Ermittler wollten diese Darstellung zunächst nicht offiziell bestätigen. Der Sprecher des österreichischen Außenministeriums in Wien bestätigte entsprechende Berichte niederländischer Medien unter Berufung auf die örtlichen Behörden. So weit er wisse, sei die Mutter der Kinder vor einigen Jahren gestorben, sagte der Bürgermeister.

Nach dem Anruf ist die Polizei nach eigenen Angaben den Hinweisen nachgegangen und habe den Bauernhof durchsucht.

Amsterdam - Noch sei alles offen, jedes Szenario denkbar, twittert die niederländische Polizei.

Der Wirt einer Kneipe erzählte dem Fernsehsender RTV Drenthe, dass eines der Familienmitglieder, ein 25-jähriger Mann - schmuddelig, verwirrt, mit langen Haaren - hereingekommen sei, und erzählt habe, er sei seit neun Jahren nicht mehr draußen gewesen. Bei ihm war ein fremder junger Mann in der Kneipe aufgetaucht. Als der 25-Jährige am Sonntag erneut auftauchte und dem Wirt seine Geschichte erzählte, alarmierte Westerbeek die Polizei. "Er sagte, dass er Hilfe brauche und nie zur Schule gegangen sei". Der 25-jährige Mann lief in eine Bar in der Ortschaft Drenthe und erzählte dem Besitzer, dass er neun Jahre lang nicht draussen gewesen sei. "Daraufhin haben wir die Polizei eingeschaltet". Die Untersuchungen seien noch in vollem Gang. "Alle Szenarien sind noch offen", sagte eine Sprecherin. Ob der 58-Jährige die Jüngeren gegen ihren Willen festhielt und was die Hintergründe dafür sein könnten, ist bislang nicht bekannt. "Ich habe es nicht ganz verstanden", zitierte die Zeitung "AD" einen der Männer, die sich dort mit ihm unterhielten.

Dorfbewohner sind geschockt. Sie sagten Reportern, dass sie bei dem Hof immer nur einen Mann gesehen hatten. Von einer Gruppe hätten sie nichts gewusst. Der Hof liegt versteckt hinter Bäumen und etwa 200 Meter vom Rande des Dorfes entfernt. Laut dem Sender RTV Drenthe soll der Mann im Garten eine Ziege und Gänse gehalten, Gemüse gepflanzt haben. Möglicherweise habe sich die Gruppe jahrelang selbst versorgt.

Der Fall erinnert auf gruselige Weise an den Fall des Österreichers Josef Fritzl (84), der seine Tochter jahrzehntelang im Keller gefangenhielt.

Nach Berichten mehrerer niederländischer Medien soll der 58-Jährige mit den sechs Volljährigen völlig isoliert auf dem Bauernhof in Ruinerwold gewohnt haben.

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