Gewalt in Barcelona reisst nicht ab

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Radikale Separatisten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

In den frühen Morgenstunden am Samstag schien sich die Lage wieder etwas zu beruhigen.

Es war bereits die fünfte Nacht in Serie, in der teils mit Gewalt gegen die Verurteilung von neun Separatistenführern der abtrünnigen Region im Nordosten Spaniens demonstriert wurde.

Barcelona. Geschlossene Läden, gestrichene Flüge, blockierte Sehenswürdigkeiten - ein Generalstreik hat Barcelona lahmgelegt.

Spaniens Oberster Gerichtshof hatte am Montag Haftstrafen von bis zu 13 Jahren gegen prominente katalanische Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft wegen "Aufruhrs" verhängt.

Vermummte und dunkel gekleidete Antifa-Aktivisten, die in dieser großen Zahl erst seit kurzem an den Separatisten-Protesten teilnehmen, bewarfen Polizisten unter anderem mit Steinen und Eiern und zündeten erneut Müllcontainer an. Die Polizei setzte erstmals auch Wasserwerfer ein. Im Stadtzentrum gab es chaotische Szenen.

Nahe der Polizeizentrale Barcelonas entzündeten junge Demonstranten ein riesiges Feuer - es stieg dicker, schwarzer Rauch auf. Brände gab es auch nahe des Plaza de Catalunya am Ende der Touristenmeile Las Ramblas, wo sich hunderte Demonstranten der Polizei entgegenstellten. Diese versuchte, die Demonstranten mit Wasserwerfern auseinanderzutreiben. "Die Straßen werden immer unsere sein!"

Unabhängigkeitsbefürworter waren in der fünften Nacht in Folge in mehreren Städten Kataloniens auf die Straßen gegangen. Die Regionalpolizei warnte Menschen auf Englisch via Twitter, sich vom Stadtzentrum fernzuhalten. Ein Polizeisprecher sagte, die Situation scheine sich nach 01.00 Uhr am Samstagmorgen wieder leicht beruhigt zu haben. Allein in Barcelona zählten Rettungskräfte mindestens 152 Verletzte. 400 Personen wurden nach Behördenangaben verletzt, die Hälfte davon sind Polizisten. "Und wir werden so weit gehen, wie es die Menschen in Katalonien wollen". Allein in Barcelona mussten 57 Flüge am Boden bleiben, die Oper sagte eine für den Abend geplante Vorstellung ab, die weltberühmte Gaudí-Kathedrale Sagrada Família wurde für Besucher geschlossen und auf dem bekannten Boquería-Markt in Barcelonas Altstadt waren nur wenige Verkaufsstände geöffnet.

Am Freitagmorgen hatten Demonstranten nach Angaben des Verkehrsministeriums unter anderem die Autobahn AP7 bei La Jonquera in beiden Richtungen sowie die Nationalstraße N-II in der Nähe der Grenze zu Frankreich blockiert. Sogar "El Clasico" zwischen FC Barcelona und Real Madrid wurde verschoben. Ausschreitungen gab es am Abend auch in Girona, Tarragona und Lleida. Der pensionierte Anwalt Jaume Enrich sagte, das Gerichtsurteil sei "der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht" habe. Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra betonte in einem Statement, die Vorfälle spiegelten nicht die friedliche Unabhängigkeitsbewegung wider: "Keine Form von Gewalt vertritt uns". In Barcelona wurden auch Tausende Teilnehmer zu "Märschen für die Freiheit" erwartet, die sich in den vergangenen Tagen in fünf Städten der Region auf den Weg dorthin gemacht hatten. Die sozialistische Zentralregierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez weist die Forderungen konservativer Kräfte zurück, Katalonien erneut unter Zwangsverwaltung zu stellen, wie es schon nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 geschehen war. Vor allem die rechtsgerichtete Opposition fordert drastische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung.

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