Soziale Proteste in Chile: Drei Tote bei Supermarkt-Brand

Proteste gegen die Regierung in Valparaiso in Chile

In einer Fernsehansprache begründete Präsident Sebastian Pinera am Freitagabend (Ortszeit) seine Entscheidung mit "ernsten und wiederholten Angriffen" auf die U-Bahn in der chilenischen Hauptstadt.

Am Samstagabend hatte die Regierung beschlossen, die Fahrpreiserhöhung zurückzunehmen, bis eine neue Einigung erzielt wird. Die Regierung verhängt den Ausnahmezustand.

Die ersten Proteste waren vor knapp einer Woche mit Inkrafttreten der Fahrpreiserhöhung von 800 auf 830 Pesos ausgebrochen - umgerechnet eine Erhöhung von vier Euro-Cent. Bei dem Brand in dem Supermarkt kamen drei Menschen ums Leben - zwei Menschen waren sofort tot, ein drittes Opfer erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, wie Bürgermeisterin Karla Rubilar sagte. Der Supermarkt sei in der Nacht geplündert worden, hiess es in den Berichten. Die Protestwelle weitete sich am Samstag auf die Städte Valparaíso, Concepción und Viña del Mar aus. Die nächtliche Ausgangssperre wurde für den Zeitraum von 22.00 bis 07.00 Uhr Ortszeit verhängt. Neben der Fahrpreiserhöhung in Santiago hat auch eine landesweite Erhöhung der Stromtarife den Unmut der Bevölkerung angeheizt. Ein Vertreter der U-Bahn-Verwaltung schätzte die Schäden auf 200 Millionen Dollar. Der gesamte U-Bahn-Verkehr auf dem etwa 140 Kilometer langen Streckennetz wurde eingestellt. Es sei nicht zu erwarten, dass der Dienst am Montag wieder aufgenommen werden könne, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. 180 Menschen wurden festgenommen, wie der Sender Bío Bío nach Polizeiangaben berichtete. Fussball-Spiele und Konzerte wurden in der Hauptstadt am Wochenende vertagt. Kaufhäuser blieben grösstenteils geschlossen.

Ein vom Innenministerium verbreitetes Video zeigte beschädigte Rolltreppen und Flammen in der Station Cumming im Zentrum von Santiago. Nach Angaben der Zeitung "La Tercera" war eine grosse Zahl an Polizisten in den U-Bahnstationen im Einsatz.

Allerdings geht es bei den Protesten, die unter dem Hashtag #ChileDesperto ("Chile erwacht") Zulauf fanden, auch um die Kluft zwischen Arm und Reich in dem südamerikanischen Land.

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