Rente: Deutsche Bundesbank will das Rentenalter anheben

Arbeiten trotz Rente

Für die Zeit danach rechnen Experten mit einem sinkenden Rentenniveau und steigenden Beiträgen.

Die Bundesbank regt daher an, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. Zudem ließe sich so die Dauer des Rentenbezugs weitgehend stabil halten, wie die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht erläutert.

Nach derzeitigem Stand soll das Renteneintrittsalter bis 2031 auf 67 Jahre ansteigen. Weitere Planungen gibt es nicht.

In den vergangenen Jahren sei die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung zwar relativ entspannt gewesen, schreiben die Bundesbank-Ökonomen. Dann nämlich trete die große Babyboomer-Generation in den Ruhestand. Nach Ansicht der Bundesbank ist daher der Blick weit über 2031 hinaus wichtig. Dabei wäre das Rentenalter systematisch mit der steigenden Lebenserwartung zu verknüpfen. Auch internationale Organisationen wie EU-Kommission, IWF und OECD hätten nahegelegt, "das Rentenalter mit steigender Lebenserwartung weiter anzuheben".

Nach Bundesbank-Berechnung würde der Geburtsjahrgang 2001 ab Mai 2070 mit 69 Jahren und vier Monaten regulär in Rente gehen.

Durch den späteren Beginn der Rente soll verhindert werden, dass das Rentenniveau künftig zu tief sinkt. So sei gewährleistet, dass das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent nur auf rund 43 bis 44 Prozent sinkt. Ohne diese Änderungen würde das Rentenniveau bis 2070 auf rund 40 Prozent schrumpfen. Das jüngste Rentenpaket der Bundesregierung garantiert ein Niveau von 48 Prozent bis 2025 - bei einem Beitragssatz von nicht mehr als 20 Prozent. "Sie würde über eine höhere Erwerbstätigkeit auch das gesamtwirtschaftliche Potenzial stärken und damit die Bemessungsgrundlagen für Steuern und Sozialbeiträge stützen". Schließlich werde es auch künftig nicht in jedem Fall möglich sein, bis zum gesetzlichen Rentenalter zu arbeiten.

SPD, Grüne und Linke wiesen den Vorstoß zurück. Leider unterschätze die Bundesbank die Komplexität der Demografie, sagte Grünen-Fraktionsexperte Markus Kurth. "Ein höheres Renteneintrittsalter halte ich für falsch", sagte SPD-Fraktionsvize Katja Mast dem "Handelsblatt".

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch forderte, die Beitragsbasis für die Rentenkasse zu verbreitern: "Statt ein höheres Eintrittsalter zu fordern, müssen die Einnahmen der Rentenkasse erhöht werden". Die Rente sei nicht unter Druck, weil Menschen älter würden, sondern weil es dringenden Reformbedarf gebe.

Tatsächlich ist die Forderung der Bundesbank nicht neu. Die offiziellen Vorausberechnungen für die Rente enden im Jahre 2032.

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