Brasiliens Justiz ordnet Freilassung von Ex-Präsident Lula an

Demonstranten haben vor dem Gefängnis auf die Freilassung des brasilianischen Ex-Präsidenten Lula da Silva gewartet

Fernández künftige Vize-Präsidentin, die frühere argentinische Staatschefin Cristina Kirchner, sprach von der Korrektur eines der "größten Rechtsmissbräuche in Lateinamerika".

Der zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist aus der Haft entlassen werden.

Nach 580 Tagen hinter Gittern verließ der 74-Jährige am Freitag das Polizeipräsidium von Curitiba, wo er seit April 2018 eine Haftstrafe wegen Korruption verbüßt hatte. "Lula ist frei, Lula ist frei", skandierte die Menge. Der Ex-Präsident und seine linke Arbeiterpartei beteuern seine Unschuld. "Ihr wart die Nahrung der Demokratie, die mich hat durchhalten lassen", rief er den Menschen zu.

Dieses hatte am Donnerstag eine Regelung aufgehoben, wonach ein Verurteilter schon vor Ausschöpfung aller Rechtsmittel inhaftiert werden kann, wenn seine Verurteilung bei der ersten Berufung bestätigt wurde.

Glückwünsche zu seiner Freilassung erhielt Lula unter anderem vom neugewählten Staatschef Argentiniens, Alberto Fernández, der die "Integrität" des brasilianischen Ex-Präsidenten lobte. Weil die Unschuldsvermutung bis zur Ausschöpfung aller Rechtsmittel gelte, sei eine vorzeitige Inhaftierung unzulässig, urteilten die Richter. "Es lebe Lula!" Lula sei eine "großartige Führungspersönlichkeit" für Brasilien sowie für Lateinamerika und die karibischen Staaten.

Ihm wird vorgeworfen, in den Korruptionsskandal um den staatlichen Energieriesen Petrobras verwickelt zu sein. Der ehemalige Präsident bestreitet die Anschuldigungen und spricht von einer politischen Verschwörung gegen ihn. Mit Sozialprogrammen holte er Millionen Menschen aus der bittersten Armut. Er wurde für schuldig befunden, einem Bauunternehmen im Gegenzug für die Zusage einer Strandwohnung lukrative Aufträge für die Regierung verschafft zu haben. Er war in einem auch international äußerst umstrittenen Prozess im Zuge der "Lava Jato"-Ermittlungen wegen angeblicher Korruption verurteilt worden".

Über alle Etagen des Gebäudes hing ein riesiges Transparent mit Lulas Konterfei, zudem wurde eine mehrere Meter hohe Lula-Pappfigur aufgestellt. Die Wahl gewann dann der ultrarechte Politiker Jair Bolsonaro. Zu seinem Justizminister machte er Sérgio Moro - jenen Richter, der Lula hinter Gitter gebracht hatte.

"Ich gehe hier ohne Hass". Dabei wolle er "zeigen, dass dieses Land viel besser sein könnte, wenn es einen Präsidenten hätte, der nicht so viel auf Twitter lügt wie Bolsonaro". "Dem Minister Moro will ich sagen: Sie haben keinen Mann festgenommen, sondern versucht, eine Idee zu töten".

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