Ex-Manager der Deutschen Bank in Italien verurteilt

Gegen die Urteile ist Berufung möglich.

Ausserdem werden Vermögenswerte in Höhe von 88 Millionen Euro bei Namura und 64 Millionen Euro bei der Deutschen Bank beschlagnahmt.

Die Verurteilung Faissolas ist auch aktuell für die Deutsche Bank hochrelevant: Der Italiener berät immer mal wieder den Großaktionär Katar in deren Verhältnis zu Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bank. Bei dem seit fast drei Jahren laufenden Prozess ging es unter anderem um den Vorwurf der Bilanzfälschung sowie der Behinderung der Bankenaufsicht. Die Monte-Paschi-Manager Giuseppe Mussari und Antonio Vigni wurden zu Haftstrafen von jeweils sieben Jahren verurteilt. Hintergrund war die Übernahme der Bank Antonveneta durch die Problembank MPS im Jahr 2008.

Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, wegen der umstrittenen Derivate-Geschäfte 441 Millionen Euro bei der Deutschen Bank und 445 Millionen bei der japanischen Bank Nomura zu beschlagnahmen. Zu den Verurteilten gehören auch Topmanager der japanischen Bank Nomura, die ebenfalls an der Vertuschung beteiligt gewesen sein sollen.

MPS Spitzenpersonal vom Ex-Präsidenten bis zum Ex-Finanzchef bekamen bis zu siebeneinhalb Jahre Haft, sechs frühere Manager der Deutschen Bank wurden zu Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren und acht Monaten verurteilt. "Wir sind von diesem Urteil enttäuscht und werden die Begründung prüfen, sobald diese vorliegt", teilte die Deutsche Bank mit. Die Deutsche Bank, ihre Londoner Filiale sowie die japanische Bank Nomura erhielt außerdem Geldstrafen zwischen 3 und 3,4 Millionen Euro. Monte Paschi selbst hatte sich schon 2016 mit dem Gericht geeinigt.

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