Indisches Gericht spricht heiligen Ort in Ayodhya den Hindus zu

Hinduisten feiern das Gerichtsurteil zum Tempelbau

In einem jahrzehntelangen Konflikt hat das Oberste Gericht in Indien Hindus das alleinige Recht an einem umstrittenen Grundstück zugesprochen.

Das Oberste Gericht Indiens hat den als heilig angesehenen Boden in Ayodhya den Hindus zugesprochen. Um Unruhen zu verhindern, wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Region erhöht. Jilani deutete an, dass er einen Antrag auf Überprüfung des Urteils beim Obersten Gerichtshof einreichen werde. Etwa 80 Prozent der rund 1,3 Milliarden Inder sind Hindus, etwa 200 Millionen bekennen sich zum Islam. In Neu-Delhi wurden Straßen nahe des Gerichtsgebäudes gesperrt. Behördenmitarbeiter und Freiwillige durchsuchten die Online-Netzwerke nach Beiträgen, die Aufruhr verursachen könnten. Indiens Premierminister Narendra Modi appellierte an die Konfliktparteien, Ruhe zu bewahren.

Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi kritisierte das Urteil heftig. Pakistans "krankhafter Zwang, unsere innenpolitischen Angelegenheiten mit dem offensichtlichen Zweck, Hass zu säen, zu kommentieren" sei "verdammenswert". Er drehte sich um die Frage, wem das 1,1 Hektar große Stück Land in Ayodhya gehört, das von Hindus und Muslimen gleichermaßen beansprucht wird. Ministerpräsident Narendra Modi hatte vor der Urteilsverkündung gesagt, die Entscheidung der Richter stelle für niemanden einen Sieg oder eine Niederlage dar.

Der Anwalt Zafaryab Jilan, der einen der muslimischen Prozessführer vertrat, nannte das Urteil ungerecht. Vor fast 500 Jahren, im Jahr 1528, soll Mir Baqi, der General der Mughal-Kaisers Babur, den dortigen Ram-Tempel zerstört haben, um die Moschee zu bauen. Er erwäge, in Revision zu gehen. Das Grundstück, auf dem die Moschee stand, ist seit einem Vierteljahrhundert abgesperrt und streng bewacht. Medienberichten zufolge sollen laut Gericht archäologische Beweise dafür gefunden worden sein, dass sich an dem Standort ein Bauwerk "hinduistischen Ursprungs" befunden hatte, bevor die Moschee gebaut wurde.

Im Pilgerort Ayodhya im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh stand eine mittelalterliche Moschee, die Hindu-Extremisten im Dezember 1992 zerstört hatten. Bei den tagelangen blutigen Verfolgungen von Hindus und Muslimen wurden mehr als 2000 Menschen getötet.

Hindus verehren den Ayodhya als Geburtsort des Gottes Rama. Der Tempelbau ist seit Langem ein Wahlversprechen von Modis hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP).

Das islamische Heiligtum aus dem 16. Jahrhundert war 1992 von Anhängern der heutigen rechtsnationalen Regierungspartei BJP niedergerissen worden, weil die Barbi-Moschee angeblich über der Geburtsstätte des mythischen Hindu-Gottkönigs Ram gebaut worden war.

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