Trump über seinen Gast Erdogan: "Ich bin ein großer Fan des Präsidenten"

Konflikte

Zwar lud Trump am Mittwoch fünf Senatoren zu einem Treffen mit seinem türkischen Gast ein, darunter den Erdogan-Kritiker Lindsey Graham.

US-Präsident Donald Trump hat seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan einen Deal im Wert von 100 Milliarden US-Dollar sowie "eine Zwischenlösung" vorgeschlagen.

"Ich bin ein grosser Fan des Präsidenten", sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan im Weissen Haus und fügte an: "Wir haben eine grossartige Beziehung". Beide Seiten würden sich seit "Hunderten von Jahren" bekämpfen. Erdogan äußerte auch Unmut über die jüngste Armenien-Resolution aus dem amerikanischen Kongress.

Die türkische Armee war am 9. Oktober mit verbündeten Rebellen in Nordsyrien einmarschiert, um die YPG aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Trump hatte der Offensive mit einem Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Grenzgebiet in Nordsyrien den Weg geebnet. Gespräche dazu seien geführt worden und würden auch in der Zukunft geführt.

Zu Syrien hob Trump hervor, dass der Waffenstillstand dort halte - ohne irgendwelche weiteren Ziele anzusprechen.

Zudem verwies Erdogan auf die einstigen IS-Kämpfer, die sein Land beaufsichtige und die teilweise aus Europa stammen - und auf drei Millionen syrischer Flüchtlinge in der Türkei.

Vor dem Weißen Haus protestierten am Mittwoch Dutzende Menschen gegen Erdogan und dessen Offensive. Am Abend zogen Demonstranten weiter vor das nahe gelegene Hotel, in dem Erdogan in Washington übernachtete.

Vor seinem Besuch hatte Erdogan auch die Anklage der US-Justiz gegen die staatliche türkische Halkbank kritisiert.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück. Das bekräftigte auch Erdogan noch mal bei seinem Besuch: Die Resolution werfe einen "Schatten" auf die Beziehungen zu den USA. Um diese "Angelegenheit" sollten sich nicht Politiker, sondern Historiker kümmern. Dass Gülen in den Vereinigten Staaten lebe, sei nicht akzeptabel.

Der islamische Prediger Gülen lebt im Bundesstaat Pennsylvania. Die Türkei macht den 78-Jährigen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Nach dem Fototermin machen sich Trump und Erdogan auf ins Oval Office. "(.) Die Türkei ist ein sehr wichtiger NATO-Verbündeter und ein sehr wichtiger strategischer Partner". Auch die Handelsbeziehungen beider Länder hätten großes Potential und sollten deutlich ausgeweitet werden. SDF-Kommandeur Maslum Abdi schrieb dagegen auf Twitter, während des Treffens Erdogans und Trumps hätten türkische Kräfte den mehrheitlich christlichen Ort Til Temir angegriffen, zahlreiche Bewohner seien geflohen. "Wir sind seit langem befreundet". Er hoffe, dass die USA "diesen Terroristen" an die Türkei übergäben, so wie auch sein Land Terroristen an andere Länder ausliefere.

Im Streit um das russische System vom Typ S-400 gibt es weiterhin keine Lösung zwischen den USA und der Türkei. Dass Ankara militärische Ausrüstung von Russland gekauft habe, habe "einige sehr ernste Herausforderungen" geschaffen, sagte Trump nach Gesprächen mit Erdogan. "Hoffentlich werden wir in der Lage sein, die Situation zu lösen". Die Außenminister und die Nationalen Sicherheitsberater seien beauftragt, eine Lösung für das Problem zu finden.

Erdogan sagte, er wolle mit Trump auch über den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen sprechen. Die Türkei hatte mit dem Rüstungsdeal im Sommer für Verärgerung beim NATO-Partner USA gesorgt. Washington befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangt. Ankara war Partner beim Bau des F-35-Kampfjets und wollte zahlreiche der Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die USA die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen.

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