Daimler will in der Autosparte mehr als Milliarde bei Personal sparen

Daimler-Chef Ola Källenius hält einen Vortrag

Ola Källenius hat am Vormittag vom schlanker werden gesprochen. "Nach meiner Ansicht nicht", sagte der Daimler-Chef. "Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens". Doch wie es weitergehen soll, welche Rolle der Konzern in einer digitalen, umweltfreundlichen Zukunft spielen soll, wusste auch er nicht mehr. Stellen sollen wegfallen, die rekordhohen Investitionen bald sinken, die Produktion billiger und schneller werden. Sowohl im Management als auch in den sogenannten indirekten Bereichen, also der Verwaltung, sollen dazu Stellen abgebaut werden, wie der Konzern mitteilte. "Es ist kein Naturgesetz, dass Daimler ewig besteht", sagte er zum Erstaunen der Mitarbeiter und übergab an seinen Nachfolger Källenius. "Unsere Fixkosten sind zu hoch", sagte Källenius. Man befinde sich im Austausch mit den Arbeitnehmervertretern, hieß es dazu nur.

Details zur Zahl der Stellen nannte der Konzern zunächst nicht. Bis Ende 2022 solle die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars mehr als eine Milliarde Euro an Personalkosten einsparen, teilte Daimler heute mit. "Wir sehen als Gesamtbetriebsrat durchaus die finanziell schwierige Situation sowie die Notwendigkeit von umsichtigen Maßnahmen, aber: Ihr dürft nicht für juristische Streitigkeiten oder Qualitätsprobleme von Zulieferern zur Kasse gebeten werden" hatte Betriebsratschef Michael Brecht an die Mitarbeitenden geschrieben.

Bis Ende des kommenden Jahrzehntes hat Daimler betriebsbedingte Kündigungen, Abfindungsprogramme und ähnliches ausgeschlossen. Der Betriebsrat will auch darüber verhandeln, die Altersteilzeit auszuweiten.

Källenius hat mit einer Fülle von Problemen zu kämpfen, die dem Autobauer 2018 - noch zu Zeiten von Dieter Zetsche - erst einen herben Gewinneinbruch beschert und ihn dann Mitte dieses Jahres gar zeitweilig in die roten Zahlen gedrückt haben. In dieser Zeit musste er den Aktionären des stolzen, börsennotierten Autokonzerns zweimal eine Gewinnwarnung herausgeben, rief er 60.000 Dieselfahrzeuge wegen zu hoher Abgaswerte zurück, verdonnerte die Staatsanwaltschaft Stuttgart den Hersteller mit dem Stern zu einer Strafe von 870 Millionen Euro wegen fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht. Dazu kamen Produktionsprobleme und ein kurzzeitig schwächelnder Absatz.

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