Dirigent Mariss Jansons gestorben: Meister des genauen Hinhörens

Jansons of Latvia conducts the Vienna Philharmonic Orchestra during a preview of the traditional New Year´s Concert in the Golden Hall of the Vienna Musikverein in Vienna

Ob Mariss Jansons Beethoven und Haydn, Mendelsohn und Brahms, Tschaikowsky und Mahler, Rachmaninow und Strauss, Strawinsky, Schönberg und Varèse dirigierte - man hatte immer und sofort das Gefühl, dass es richtig war, dass die Proportionen stimmten, das einer nie überzogene, zu eigenwillige Schlüsse aus dem skrupulösen Partiturstudium zog.

Der Dirigent Mariss Jansons ist 76-jährig in St.

Jansons war in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause. Petersburg im Kreis seiner Familie verstorben sein. Von 1979 bis 2000 war Jansons Leiter des Osloer Philharmonie-Orchesters. Er war Chefdirigent des Concertgebouworkest Amsterdam und leitete seit 2003 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

"Wir trauern um einen großartigen Künstler und wunderbaren Menschen", teilte Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks, am Sonntag mit. Seinem unermüdlichen Einsatz sei es zu verdanken, dass in München in den nächsten Jahren ein neues Konzerthaus entstehen werde. Die doppelte Ausgrenzung, als Lette und Jude, bekam Mariss Jansons, der 1956 seinem Karriere machenden Vater nach Leningrad gefolgt war, wo er bis heute sehr gerne lebt, in den Nachkriegsjahren in der UdSSR oft zu spüren.

Geboren wurde er am 14. Januar 1943 in Riga als Sohn des lettischen Dirigenten Arvīds Jansons. Mitten im Kalten Krieg erhielt Jansons im Rahmen eines Austauschprogramms 1969 von den sowjetischen Behörden die Erlaubnis, bei Hans Swarowsky an der Wiener Musikakademie zu studieren und Herbert von Karajan 1970 in Salzburg zu assistieren. Der damalige Chef der Leningrader Philharmoniker prägte Stil und Repertoire des jungen Dirigenten entscheidend.

Jansons galt als detailversessener Handwerker, als Workaholic.

Auch 2018 gastierte der Star wieder in Österreich, bei den Salzburger Festspielen bei Tschaikowskys "Pique Dame". Doch seit einem Herzinfarkt 1996 wurden seine Opernauftritte zu raren Ereignissen, zu denen Musikfans aus aller Welt pilgerten. Bereits mit drei Jahren soll Mariss seinen Berufswunsch geäußert haben.

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