Messerattacke auf London Bridge: Scotland Yard vermutet Terror

Schüsse bei Zwischenfall in London

Der 28-jährige Usman K., der gestern auf der London Bridge einem Mann und eine Frau erstochen und drei weitere Menschen - davon einen "kritisch" - verletzt hat, war ein islamistischer Terrorist: 2012 - vor sieben Jahren - hatte ihn ein britisches Strafgericht zusammen mit neun Komplizen wegen der Planung eines Sprengstoffanschlags auf die Londoner Börse und des Sammelns von Geld für ein Terroristenausbildungscamp zu 16 Jahren Haft verurteilt. Mehrere Passanten stellten sich Khan in den Weg - darunter ein Mann, bewaffnet mit einem Narwalzahn.

Britische Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, bei dem Mann mit dem Narwal-Stoßzahn handele es sich um einen polnischen Koch namens Łukasz, der in der Fishmongers' Hall arbeite.

Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Mann den Attentäter mit dem Walzahn traktiert, während ein anderer ihm mit dem Feuerlöscher ins Gesicht sprüht. Gemeinsam soll es ihnen gelungen sein, dem Attentäter zwei Messer zu entwenden, die er mit Klebeband an seinen Händen befestigt hatte. "Polen ist stolz auf Sie".

Khan, der bei dem Angriff eine Sprengstoffattrappe trug, nahm laut Basu unmittelbar vor der Tat an einer Veranstaltung mit dem Titel "Gemeinsam lernen" in der Fishmonger's Hall, einem historischen Gebäude nördlich der London Bridge, teil. Doch nach der Messerattacke eines verurteilten Terroristen beginnt eine Debatte über vorzeitige Haftentlassungen. K. sei mit damals 19 Jahren der jüngste in der Gruppe gewesen. Er habe eine militärische Ausbildungseinrichtung für Terroristen in Kaschmir einrichten wollen. Der Richter habe seine Pläne als "ernsthaftes, langfristiges Projekt" bezeichnet und gewarnt, dass er ein anhaltendes Risiko für die Öffentlichkeit darstellen könnte.

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte der BBC, er sei immer dagegen gewesen, dass Schwer- und Gewaltverbrecher vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen würden, insbesondere wenn es sich um Terroristen handle. Dem "Times"-Bericht zufolge trug er eine elektronische Fußfessel". Dabei ging der Täter mit einem Messer auf Passanten los.

Die Entlassung war Medienberichten zufolge routinemäßig erfolgt. Permierminister Johnson besuchte inzwischen den Tatort. Er lobte Einsatzkräfte und Passanten, die geholfen hatten, den Attentäter zu stoppen. So hinterfragte etwa der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan von der oppositionellen Labour-Partei, ob den zuständigen Behörden ausreichend Mittel zur Verfügung hätten, um gefährliche Personen zu überwachen. Denn: In zwei Wochen findet am 12. Dezember die britische Parlamentswahl statt. Für Samstag wurden mehrere Wahlkampfveranstaltungen abgesagt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drückte sein Beileid aus. Wie der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, am frühen Samstagmorgen mitteilte, sei K.im Jahr 2012 wegen Terror-Straftaten verurteilt und im Dezember 2018 vorzeitig zur Bewährung entlassen worden.

Der IS beanspruchte den Anschlag am Samstag für sich. Man gehe davon aus, der Angriff im Gebäude begann, bevor der Täter auf der London Bridge seinen Angriff fortsetze, erklärte Basu. Der Terrorexperte Peter Neumann vom Londoner King's College hält die Mitteilung für echt. Bei der Messerattacke handelt es sich nach Angaben der Ermittler um einen Terrorangriff. Sie beinhalte keine Details oder Täterwissen.

Der Anschlag weckt Erinnerungen an den Sommer 2017. Der britische Nachrichtensender Sky News berichtete, die Polizei habe auf einen Mann geschossen. Der Anschlag endete nur wenige Minuten später auf der nahen London Bridge, wo Polizisten den 28 Jahre alten Täter erschossen.

Ein Video zeigt, wie mehrere Passanten den mutmaßlichen Täter festhalten. Bakhit musste mit den Männer, die sich auf den Täter gestürzt und ihn festgehalten hatten, auf der Polizeiwache eine Aussage machen.

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