Schmolz + Bickenbach AG vorläufig gerettet

Eine Kapitalerhöhung könnte frisches Geld in die Kassen von Schmolz + Bickenbach spülen. Doch der Weg zur Rettung ist noch lang

Gegen das Vorhaben stellte sich anfangs der mit 26,9 Prozent momentan grösste Eigentümer Liwet, über die der russische Milliardär Viktor Vekselberg an Schmolz+Bickenbach beteiligt ist. Gleichzeitig kann der Amag-Besitzer Haefner mit seiner Beteiligungsholding Bigpoint seinen Anteil von derzeit 17,5 auf maximal 37,5 Prozent steigern.

Die für 14 Uhr anberaumte ausserordentliche Generalversammlung hatte mit einer Stunde Verzögerung begonnen, weil die Grossaktionäre bis zur letzten Minute gefeilscht hatten. Letztlich hat die Grossaktionärin Liwet, die vom Russen Viktor Vekselberg kontrolliert wird, einer Sanierung zugestimmt.

Haefner wird demzufolge im Rahmen der Kapitalerhöhung seine Beteiligung auf höchsten 37,5 Prozent aufstocken und Liwet ein Paket von 25 Prozent behalten.

Auf Grundlage der Einigung zieht sich der Verwaltungsrat für eine kurze Weile zur Beratung über den Änderungsvorschlag zurück. Die Aktionäre stimmten den Vorschlägen mit 79,3 Prozent der anwesenden Stimmen zu. Schmolz+Bickenbach sollen durch die Transaktion mindestens 325 Millionen Franken (295 Millionen Euro) zufliessen, teilte das Unternehmen und die beiden grössten Anteilseigner Martin Haefner und Liewet Holding mit.

Die Einzelheiten der Kapitalerhöhung werden vorgelegt, sobald die Finanzmarktaufsicht (FINMA) über Beschwerden der beiden Hauptaktionäre entschieden hat. Bei dieser hat S + B einen Rekurs gegen einen Entscheid der Übernahmekommission UEK deponiert. Eine Entscheidung der Finma wird bis 9. Dezember erwartet. In Bezug auf die Anleihen zeigte sich Martin Haefner vor den Aktionären optimistisch, dass eine Lösung gefunden werden könne, etwa mit einer Überbrückungsfinanzierung.

Freude nach Happy End bei Verwaltungsratspräsident Jens Alder an der ausserordentlichen Generalversammlung in Emmenbrücke.

Das Unternehmen sei schon länger finanziell schwach aufgestellt gewesen, zu schwach für den zyklischen Stahlmarkt. Fraglich ist zudem, wie sich die S+B Beteiligungs-GmbH (10% S+B-Anteil) der Erbenfamilien positionieren wird. Laut Management und Aktionär Haefner braucht es die kräftige Kapitalspritze, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Dabei könnten betriebliche Prozesse optimiert, Bestände reduziert oder der Verkauf von Randaktivitäten eingeleitet werden.

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