Ams: 59 Prozent an Osram gesichert

Die Zentrale des neuen Konzerns bleibt in Premstätten

Anfang Oktober war AMS noch am Widerstand der Osram-Aktionäre gescheitert, brachte dann aber den Vorstand um Olaf Berlien auf seine Seite. Das könnte für den österreichischen Sensorhersteller zum Problem werden, wenn er seinen Osram-Anteil ausbauen will, um den deutschen Konzern unter seine volle Kontrolle zu bekommen. Dagegen verloren die in Zürich notierten ams-Titel rund zweieinhalb Prozent. Damit wurde die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent nur knapp überboten.

Das endgültige Ergebnis des Übernahmeangebots soll erst am Dienstag vorliegen. Danach haben die restlichen Osram-Aktionäre noch einmal zwei Wochen - bis Heiligabend - Zeit, ihre Papiere an AMS zu verkaufen. Ein Verkauf an der Börse dürfte aber vielen attraktiver erscheinen. AMS wächst zwar rasant, ist aber hoch verschuldet und will die Übernahme mit Milliardenkrediten und der Ausgabe neuer Aktien finanzieren. Die Investoren sind offensichtlich zufrieden damit, dass die monatelange Übernahmeschlacht ein Ende gefunden hat. Allerdings steht die Zustimmung der Behörden noch aus. "Der heutige Erfolg ist auch ein Resultat des konstruktiven und positiven Verhältnisses, das wir aufgebaut haben", sagte AMS-Vorstandschef Alexander Everke, ein ehemaliger Siemens- und Infineon-Manager.

Der AMS-Chef hat sehr ehrgeizige Pläne: Everke will einen europäischen Weltchampion in der Optoelektronik schmieden. Osram stellt LED-Beleuchtung her, AMS optische Sensoren, in Teilen für identische Kundengruppen, darunter Handyhersteller.

Der Zusammenschluss könne "einen Photonik- und Sensorik-Champion von Weltrang auf den Weg bringen" sagte Berlien. So soll der Zusammenschluss bis Ende 2022 keine betriebsbedingten Kündigungen nach sich ziehen.

Deutlich weniger euphorisch äußerte sich am Montag die Gewerkschaft IG Metall. "AMS hat nun die Verantwortung für die Arbeitsplätze und Standorte von Osram", erklärte Klaus Abel, Unternehmensbeauftragter für Osram, in einer Pressemitteilung. Die IG Metall und der Osram-Konzernbetriebsrat hatten sich bis zuletzt gegen die Übernahme positioniert. Deswegen fürchten die Arbeitnehmervertreter eine Zerschlagung Osrams, bei der letztlich die weltweit 24.000 Osram-Mitarbeiter die Zeche zahlen würden.

Osram ist in einer sehr schwierigen Lage. Eine Hauptursache sind die nachlassenden Produktions- und Verkaufszahlen von Autoindustrie und Smartphoneherstellern, den zwei wichtigsten Kundengruppe für Osram.

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