Ölkonzern - Aramco legt größten Börsengang der Welt hin

Weltgrößter Ölkonzern Saudi Aramco debütiert über Ausgabepreis

Damit ist der Aramco-Börsengang der größte der Welt.

Für ausländische Anleger ist der Aramco-Börsengang nur aufgrund seiner Größe ein Spektakel.

Am Mittwoch wurden erstmals Aktien des Staatskonzerns an der saudischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt. Bereits am ersten Handelstag legten die Aktien zu. Das entsprach dem festgelegten Tageslimit von zehn Prozent über dem Ausgabepreis von 32 Riyal (8,53 Dollar). Jetzt hat der Konzern den bisher größten Börsengang hingelegt.

Am Mittwoch debütierte der Ölriese Aramco mit Erfolg an der Börse in Riad. Der Aktienkurs sollte laut Aussagen einiger Vertreter auch durch die Nachfrage von Index-Tracking-Fonds gestützt werden, da Aramco den Schwellenmarkt-Benchmarks hinzugefügt wird.

Der Börsengang ist Teil eines umfassenden Umbaus der saudischen Wirtschaft unter der sogenannten "Vision 2030". Der US-iPhonehersteller kommt auf einen Börsenwert von rund 1,2 Billionen Dollar. Dollar losschlug. Zum Ausgabepreis wird Aramco mit insgesamt 1,7 Billionen Dollar bewertet und schwingt sich zum wertvollsten Börsenunternehmen der Welt auf. Auch innerhalb seiner eigenen Branche ist Aramco eine Hausnummer für sich: Der saudische Konzern ist wertvoller als die fünf grössten Ölkonzerne ExxonMobil, Shell, BP, Chevron und TOTAL zusammen. So käme die Öl-Firma auf Einnahmen von 29,4 Milliarden Dollar, wie der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija einen Investmentbanker zitiert. Bisheriger Spitzenreiter war der chinesische Online-Händler Alibaba, der im Jahr 2014 Papiere im Volumen von rund 25 Milliarden Dollar an die Börse brachte. Unter Berücksichtigung der Inflation würde dies heute 27 Milliarden Dollar entsprechen.

Am 14. September trafen Raketen und Drohnen zwei der wichtigsten Ölanlagen im Osten Saudi-Arabiens - die größte Ölraffinerie des Landes in Abkaik sowie das Ölfeld Churais (BILD berichtete). Auch ein Börsengang an anderen grossen Handelsplätzen stand zur Debatte. Banken, die den Börsengang begleiteten, mussten Werbeveranstaltungen in New York und London absagen. Saudi-arabische Banken offerierten günstige Kredite, um die Aktien zu zeichnen. Das Interesse von internationalen Investoren an den Aktien des Ölgiganten war gering.

Spätestens dann aber, wenn die Aramco-Aktie in grossen Indizes wie dem MSCI oder der S&P-Familie gelistet wird, werden zumindest internationale Indexfonds gezwungen sein, sich mit Aramco-Aktien einzudecken. Das Umfeld ist für einen Ölriesen wie Aramco aktuell denkbar schlecht.

Zudem bemüht sich der saudische Konzern seit geraumer Zeit, Investorenbedenken auszuräumen. In einem klimafreundlichen Umfeld geraten die Saudis, die immerhin für fünf Prozent der weltweiten Treibhausemissionen verantwortlich sind, zunehmend unter Druck. Aramco hat den Stimmungsumschwung erkannt und will das Problem proaktiv angehen - so will man aktiv an der Reduzierung der Klimagase arbeiten.

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