Australien: Feuerwolken - Wie die Buschbrände das Wetter verändern

Und das sind nur die Säugetiere Vögel und Reptilien Eine halbe Milliarde Tiere verbrannte in den australischen Feuern

"Die Feuer brennen immer noch, und sie werden noch über Monate brennen."

Professor Andrew Beattie geht davon aus, dass landesweit bereits mehrere Milliarden von Tieren durch die Flammen ums Leben gekommen seien, "wenn man nebst Säugetieren, Vögeln und Reptilien auch grössere Insekten wie Schmetterlinge mit einrechnet". Die knochentrockene Landschaft - Australien leidet unter einer extremen Dürre - ermöglichte es den Flammen, sich rasant schnell auszubreiten. Auf der Känguru-Insel, einem beliebten Urlaubsziel im Bundesstaat South Australia, starben zwei Menschen durch die Brände. Der konservative Politiker steht wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Tausende Atemmasken sollen in den kommenden Tagen an Rettungskräfte, Polizei und all die Menschen verteilt werden, die in den betroffenen Regionen bleiben wollen, nachdem der Rauch an vielen Orten die Luft völlig verpestet hat. Einige Flüge wurden gestrichen. Etwa sieben Millionen Hektar brannten nieder - das entspricht ungefähr ein Fünftel der Fläche Deutschlands. Die Reservisten sollen dabei helfen, die Stromversorgung wiederherzustellen und die Menschen mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff zu versorgen. Ein Fonds soll in den nächsten zwei Jahren mindestens zwei Milliarden australische Dollar - etwa 1,2 Milliarden Euro - bekommen. Außerdem sollen vier neue Flugzeuge im Kampf gegen die Feuer eingesetzt werden.

Die Folgen der Brände für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt Australiens sind nicht absehbar. Hunderte Millionen Tieren sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales an der Südostküste getötet worden. Geschichten von geretteten Tieren sind da Balsam: So wie die eines kleinen Koalas, der gerade in einem Lastwagen Unterschlupf fand. Koalas können nicht wie Kängurus oder Wallabys weghüpfen.

Auf der Insel vor der Südküste des Kontinents sind auch zehntausende Koalas den verheerenden Buschfeuern zum Opfer gefallen. So schildert es Sue Ashton, die Chefin des landesweit einzigen Koala-Krankenhauses in Port Macquarie, das in einem der Brandgebiete liegt. Eine am Freitag veröffentlichte Studie der Universität von Sydney schätzt die Zahl der seit September im Staat New South Wales verendeten Tiere auf 480 Millionen - wobei es sich um eine "sehr zurückhaltende" Kalkulation handelt, wie die Autoren betonen. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der insgesamt 50.000 Koalas der Insel verendet sein könnten. Es gibt keine Nahrung mehr, viele der Tiere, die nicht im Feuer umgekommen sind, werden verhungern, wie ein Parkbesitzer der Zeitung "Adelaide Now" schilderte. Es könne bis zu 40 Jahre dauern, bis die Habitate wiederhergestellt seien. Zunächst fuhr er mit seiner Familie nach Hawaii in Urlaub, später spielte er die Krise mit Worten runter wie: "Solche Katastrophen" habe es "schon immer" in Australien gegeben. Der Schauspieler Russell Crowe nutzte seine Dankesrede bei den Golden Globes für einen eindringlichen Appell zur weltweiten Klimapolitik.

Die Buschbrände in Australien rauben den Menschen in den betroffenen Gebieten weiter den Atem.

Die deutsche Feuerwehr zieht derweil vor der Leistung der australischen Kollegen ihren Hut. "Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe", so Blanchett.

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