Carlos Ghosn: Ex-Autoboss soll in Kiste versteckt aus Japan geflohen sein

Detailansicht öffnenCarlos Ghosn hat bislang nicht mitgeteilt wie ihm die Flucht gelang- er will sich jedoch am Mittwoch äußern

Der ehemalige Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi hatte in Japan unter Anklage gestanden, war aber gegen Kaution unter Hausarrest gestellt, als er vergangenen Monat die Flucht ergriff. An Bord waren zwei große schwarze Kisten und zwei Helfer - einer von ihnen war Michael Taylor, ehemaliges Mitglied einer US-Eliteeinheit, der jetzt als Anbieter von Sicherheitsdienstleistungen tätig ist. Japanischen Medienberichten zufolge verließ er sein Haus in Tokio, nahm einen Schnellzug nach Osaka und verließ das Land, in einer großen Kiste versteckt, in einem Privatjet Richtung Istanbul. Ihr Mann soll schließlich in einer Kiste versteckt aus Japan geflohen sein. So kündigte Transportminister Kazuyoshi Akaba am Dienstag an, dass in Zukunft große Gepäckstücke von Passagieren von Privatflugzeugen inspiziert werden müssen.

Die japanische Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen die Ehefrau von Carlos Ghosn erlassen. Die Aussicht, dass er nach Japan zurückkehrt, gilt als gering, da der Libanon mit Japan kein Auslieferungsabkommen hat. Auch Frankreich, wo Ghosn lange Chef des Autobauers Renault war, versicherte bereits, es werde ihn nicht ausliefern, sollte er dort einreisen. Die Kisten seien am Flughafen Kansai nicht durchleuchtet worden. Außerdem hatte sie US-Präsident Donald Trump (73) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (41) um Hilfe in dem Fall gebeten. Es sei ein "Verbrechen, da er das Land mit illegalen Methoden verlassen hat", sagte Justizministerin Masako Mori. Die Jets gehören beide der türkischen Firma MGN Jet. Die Maschinen - eines für die Strecken Dubai-Osaka und Osaka-Istanbul sowie eines für die Reise von Istanbul nach Beirut - seien "illegal" benutzt worden. Nach Angaben des japanischen Justizministeriums erstattete MNG Anzeige, "um jene zu belangen, die beteiligt waren".

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte berichtet, dass in der Türkei sieben mutmaßliche Helfer festgenommen worden seien, darunter vier Piloten. Es wird erwartet, dass er auf einer für Mittwoch geplanten Pressekonferenz in Beirut seine Sicht der Dinge darlegen wird. Ghosn besitzt die libanesische, die brasilianische und die französische Staatsangehörigkeit. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn weist die Vorwürfe zurück. "Ich bin dem Unrecht und politischer Verfolgung entkommen", hatte er erklärt.

Im April war er auf Kaution entlassen worden - unter strengen Auflagen, um zu verhindern, dass er flieht oder Beweismaterial vertuscht. Ghosn hatte das Geld, wie in Japan üblich, in bar vor Gericht hinterlegt als Garantie, dass er seinen Kautionsauflagen folgend Japan nicht verlassen werde. Das beschloss das Bezirksgericht in Tokio am Dienstag.

Nissan erklärte am Dienstag in einer ersten Stellungnahme zur Flucht Ghosns, eine interne Untersuchung habe unbestreitbare Evidenz für Fehlverhalten Ghosns und die Veruntreuung von Unternehmensgeld für persönliche Zwecke gefunden. Das Unternehmen werde weiter gegen Ghosn rechtlich vorgehen, um ihn für den Schaden haftbar zu machen.

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