Buschbrände in Australien: Mini-Atempause in Sydney

Feuerwehrleute kämpfen gegen die starken Waldbrände in Australien. Großspenden erhielten sie nun von Pop und Filmstars

Die zahlreichen Buschfeuer an der Ost- und Westküste des Kontinents haben mittlerweile mehr als 10,7 Millionen Hektar Land zerstört - das ist zusammengenommen eine Fläche größer als Portugal. Australiens Premierminister Scott Morrison nannte den Zustand bei einem Besuch der Känguru-Insel dort und landesweit "schockierend und beängstigend".

Berührend: Heute fand die Beerdigung des freiwilligen Feuerwehrmannes Andrew O' Dwyer statt, er kam bei einem Einsatz nur kurz vor Weihnachten im Kampf gegen die Brände ums Leben. Der konservative Politiker, der wegen seines Krisenmanagements in der Kritik steht, hatte eine neue nationale Agentur angekündigt, die sich um die Folgen der Katastrophe kümmern soll.

Der Feuerwehrchef von New South Wales, Fitzsimmons, überreichte der 19 Monate alten Tochter des Verstorbenen einen Orden und den Helm ihres Vaters, sagte zu dem kleinen Mädchen: "Baby Charlotte, du sollst wissen, dein Papa war ein besonderer Mann, ein selbstloser Mann - und er ist von uns gegangen, weil er ein Held ist".

Nun hieß es, auf die Versicherungen kämen bislang Kosten von 700 Millionen australischen Dollar zu, das sind etwa 430 Millionen Euro. Die Reservisten sollen dabei helfen, die Stromversorgung wiederherzustellen und die Menschen in den Katastrophengebieten mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff zu versorgen.

Es handelt sich um die größte Zwangseinberufung von Reservisten in der Geschichte Australiens. Die Folgen für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt Australiens sind nicht absehbar. Experten schätzen, dass allein im besonders betroffenen Bundesstaat New South Wales mindestens eine halbe Milliarde Tiere in den Flammen ums Leben gekommen sind. Besonders das Schicksal der Koalas bewegt viele Menschen. In einem Augenzeugenbericht im "Sydney Morning Herald" ist zu lesen, wie die Tiere schreien, während sie im Flammenmeer sterben. Der Schauspieler Russell Crowe nutzte seine Dankesrede bei den Golden Globes für einen eindringlichen Appell zur weltweiten Klimapolitik (zum Bericht).

Papst Franziskus sprach den Menschen in Australien seine Anteilnahme aus.

Die deutsche Feuerwehr zieht vor der Leistung der australischen Kollegen ihren Hut. "Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe", so Blanchett.

Die Umweltorganisation WWF teilte mit, dass etwa 1,25 Milliarden Tiere direkt oder indirekt durch die Feuer getötet worden sind. Auch die US-Sängerin Pink kündigte eine solche Spende an. Gegner warfen dem Premier vor, die Einberufung werbewirksam auf seinem persönlichen Twitter-Kanal verbreitet zu haben, versehen mit Bildern der Brandkatastrophe. Die Spende solle den Feuerwehrleuten, die "an vorderster Front so schwere Arbeit leisten", zufliessen. Die Summe wurde am Sonntag erreicht, zwei Tage nach der Veröffentlichung des Spendenaufrufs durch die australische Künstlerin Celeste Barber im Onlinedienst Facebook. Der Ökologe Mark Graham vom Naturschutzrat des Landes warnte, die Feuer seien so heiß und entwickelten sich derart schnell, "dass es eine beträchtliche Sterberate von auf Bäumen lebenden Tieren gibt". Prinz Harry und seine Frau Meghan drückten bei Instagram ihr Mitgefühl aus und warben um Spenden.

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